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Instagram: Bilder ohne Ende

Foto: CC0

Die Foto-Sharing-Community Instagram hat in den letzten Jahren ein erstaunliches Wachstum an den Tag gelegt. Neue Funktionen wie Stories und Live-Videos spielen dabei eine große Rolle. Wie sieht es aber mit Sicherheit und Datenschutz aus?

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Fotos · Instagram · Soziale Netzwerke
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Auf einen Blick

Was macht die App?

Instagram ist eine mobile Social-Media-Plattform für das Veröffentlichen von Bildern und Videos. Nutzerinnen und Nutzer können über ihr Smartphone Fotos und Videos aufnehmen, diese mit Filtern bearbeiten und dann auf der Plattform veröffentlichen. Markenzeichen sind quadratische Bilder mit Retrofilter.

Instagram-Filter geben jedem Bild einen speziellen Look. Die Instagram-Filter geben jedem Bild einen besonderen Look. Dadurch haben Smartphone-Fotografen schnelle Erfolgserlebnisse.

Um selbst Fotos hochzuladen und mit anderen zu teilen, muss man sich mit einer E-Mail-Adresse anmelden. Dabei ist das Konto per Voreinstellung auf „öffentlich“ gestellt. Das heißt, dass jeder die Bilder, die man hochlädt, sehen kann. Wer will, kann das einschränken und das Konto auf „privat“ stellen. Dann können nur Personen die Bilder sehen, die ein Instagram-Konto haben und die man selbst bestätigt hat.

Auf der Home-Seite von Instagram sieht man wiederum die Bilder der Personen, denen man selbst folgt, die sogenanten Abonennten. Genauso tauchen die eigenen Bilder auf der Home-Seite der Personen auf, die einen selbst abonniert haben.

Instagram ist eine genuin mobile Anwendung. Es gibt zwar ein Webinterface, aber die wichtigste Funktion – das Bilder-Veröffentlichen – funktioniert nur über das Smartphone. Auch andere Funktionen wie die Stories sind nur im Smartphone zu sehen.

Die App gibt es für die mobilen Betriebssysteme Android, iOS und Windows 10.

Wie viele Nutzer hat Instagram?

15 Millionen Menschen in Deutschland benutzen die Foto-App mindestens einmal im Monat (Stand August 2017). Zum Vergleich: Im Januar 2016 waren es erst 9 Millionen. Weltweit gibt es 700 Millionen regelmäßige Nutzer. Ein Drittel der Inhalte auf Instagram kommen dabei von Marken und Unternehmen.

Die Inhalte bei Instagram sind vielfältig. Sie reichen von privaten Bildern über Kunst- und Profifotografien, Reise-, Koch- und Fitnessblogs bis hin zu Bildmaterial von Unternehmen, NGOs und Institutionen, die ihre Marke bekannter machen wollen.

Wer ist der Anbieter und wie verdient Instagram Geld?

Instagram wurde 2010 von Kevin Systrom und Mike Krieger gegründet und 2012 für 740 Millionen Dollar von Facebook übernommen. Systrom leitet den Dienst weiterhin als CEO. Hauptsitz ist die Facebook-Zentrale in Menlo Park in Kalifornien.

Genauso wie bei Facebook können Unternehmen auch auf Instagram Werbeanzeigen schalten und eigene Posts gegen Bezahlung hervorheben. Werbeanzeigen und gesponserte Posts können im Feed der Nutzer oder auch in den Stories angezeigt werden.

Auch das sogenannte „Influencer-Marketing“ spielt auf Instagram eine große Rolle. Dabei bezahlen Unternehmen Instagram-Nutzer mit vielen Abonnenten dafür, dass sie in ihren Posts Werbung für ihre Produkte und Dienstleistungen machen. Die Firma selbst verdient an diesen Partnerschaften kein Geld.

Diese Produktplatzierungen waren bisher nicht als Werbung gekennzeichnet. Sie gerieten deshalb immer wieder als Schleichwerbung in die Kritik. Im Juni 2017 hat Instagram die Kennzeichnung „Bezahlte Partnerschaft“ für solche Beiträge vorgestellt, die nach Angaben von Instagram nach und nach eingeführt werden soll.

Stories – schnelle Bilder für zwischendurch

Seit August 2016 gibt es neben dem normalen Bilder-Feed die Funktion „Stories“, mit der man seinen Abonnenten Fotos und kurze Videos für 24 Stunden zeigen kann. Danach sind die Inhalte weg – ähnlich wie bei Snapchat.

In Stories können Nutzer auch Live-Videos, die bis zu eine Stunde lang sind, veröffentlichen. Die Live-Videos können im Anschluss als Aufzeichnung wie eine Story veröffentlicht werden. Sie sind dann ebenfalls 24 Stunden lang zu sehen.

Für die Stories gibt es gesonderte Privatsphäre-Einstellungen. Das heißt, selbst wenn man ein öffentlichen Konto hat, kann man seine Stories und Live-Videos vor bestimmten Leuten verbergen. Zusätzlich kann man einstellen, wer auf die Stories antworten kann und ob das Teilen gestattet ist.

In Storys kann man auch Umfragen erstellen. Die Antworten sind allerdings nicht anonym. Das heißt, der- oder diejenige, die die Umfrage erstellt hat, sieht wer was geantwortet hat. Das kann manchmal peinlich werden, wie manche Nutzer feststellen mussten, wenn sie bei Umfragen eher unangenehme Meinungen vertraten.

Einstellungen zur Privatsphäre

Es gibt bei Instagram zahlreiche Einstellungen zur Privatsphäre. Am wichtigsten ist sicherlich die Einstellung, das gesamte Konto auf „privat“ zu setzen. Sie ist über einen Klick auf das Zahnrad im eigenen Profil zu erreichen.

Einstellungen befinden sich hinter dem Zahnrad-Symbol. Die Einstellungen befinden sich hinter dem Zahnrad-Symbol.
Nur bestätigte Nutzer können private Konten anschauen.

Es gibt im Internet Dienste und Anwendungen, mit denen man auch den Inhalt von Konten sehen kann, die auf „privat“ gestellt sind, oder von denen man blockiert wurde. Wenn es jemand darauf anlegt, ist diese Einstellung also kein zuverlässiger Schutz.

Daneben kann man einstellen, wer kommentieren darf – und zwar allgemein für das ganze Konto, aber auch für jedes einzelne Bild. In den allgemeinen Einstellungen kann man festlegen, ob man Kommentare von allen erlaubt oder nur von Abonnenten, ob man bestimmte Nutzer komplett blockieren will oder ob man bestimmte Filter einsetzen möchte, die etwa Beleidigungen ausfiltern.

Instagram erlaubt es, Kommentare zu filtern. Instagram erlaubt es, Kommentare zu filtern.

Bei jedem Bild kann man Kommentare auch komplett deaktivieren. Zugänglich ist die Funktion über einen Klick auf die drei Punkte in der rechten oberen Ecke des Bildschirms.

Auch beim einzelnen Instagram-Bild kann man die Kommentare deaktivieren. Auch beim einzelnen Bild kann man die Kommentare deaktivieren.

Versteckte Ortsangaben

Digitale Bilder tragen zusätzliche Informationen mit sich – die sogenannten Metadaten. Das sind zum Beispiel die Art der Kamera, der Ort, wo das Foto aufgenommen wurde, das Datum der Aufnahme und vieles mehr. Man kann zusammen mit einem Foto auch einen Standort veröffentlichen. Instagram schlägt dafür jeweils den Ort aus den Metadaten des Bildes vor. Man kann aber auch manuell einen anderen Standort eingeben.

Die restlichen Metadaten sind für den Nutzer nicht zugänglich. Das heißt aber nicht, dass Instagram die anderen Metadaten nicht für den eigenen Gebrauch speichert. Grundsätzlich kann man Bilder anderer Nutzer bei Instagram nur über Umwege herunterladen. Eigene Bilder kann man speichern, indem man in den Einstellungen „Originalfotos speichern“ aktiviert.


Datenschutz- und Sicherheitsprobleme

Im September 2017 wurde bekannt, dass Hacker sechs Millionen E-Mail-Adressen und Telefonnummern von Instagram gestohlen haben. Passwörter sollen nicht darunter gewesen sein, sagt die Firma. Betroffen waren nicht nur Konten von Prominenten – zum Beispiel dem Fußballer Cristiano Ronaldo –, sondern auch Konten von „normalen Nutzern“.

Wie bei allen Diensten, die sensible persönliche Daten beinhalten, empfiehlt es sich daher, die Zwei-Faktor-Authentifizierung einzuschalten. Damit bekommt man einen zusätzlichen Sicherheitscode per SMS zugeschickt, wenn man sich neu einloggt. Zu finden ist die Einstellung hinter dem Zahnradsymbol auf der eigenen Profilseite.

Um die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren, gehen Sie zu den Einstellungen (siehe Screenshot oben).
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung funktioniert über eine SMS-Code, der der Nutzerin zugeschickt wird.

Nutzungs- und Datenschutzbedingungen

Die Nutzungsbedingungen von Instagram entsprechen den üblichen Gepflogenheiten in sozialen Netzwerken. Ähnlich wie der Mutterkonzern Facebook hat Instagram 2012 versucht, sich in den Nutzungsbedingungen mehr Rechte zu nehmen, musste aber nach Nutzerprotesten zurückrudern.

Nutzer müssen mindestens 13 Jahre alt sein, um die Plattform zu nutzen. Außerdem hat Instagram eine wie in den USA übliche Nacktheitsklausel. So gibt es zwar zahlreiche leichtbekleidete Fitnessmodels, aber Brustwarzen sind tabu. Dagegen regt sich durchaus Protest. Viele Nutzerinnen wundern sich, wieso zum Beispiel eine stillende Mutter sexuell aufreizend ist, ein in die Kamera gehaltener nackter Po aber nicht.

In den Nutzungsbedingungen behält sich der Dienst explizit vor, dass „alle Inhalte nicht vertraulich und nicht rechtlich geschützt“ sind. Instagram sei nicht haftbar für irgendeine Nutzung oder Offenlegung von Inhalten. Auch deshalb sollte man nur Inhalte posten, die im Zweifel auch öffentlich sein dürften – selbst wenn man sein Konto auf privat gestellt hat.

Wie üblich räumt man Instagram als Nutzer laut Nutzungsbedingungen „eine nicht-exklusive, vollständig bezahlte und gebührenfreie, übertragbare, unterlizenzierbare, weltweite Lizenz für die Nutzung der Inhalte“ ein, damit die Inhalte – Fotos, Grafiken, Videos – auf der Plattform ausgespielt werden können. Sonst könnte der Dienst nicht funktionieren, da er die Fotos der Nutzer nicht anderen Nutzern zeigen dürfte. Instagram räumt sich dabei eine nicht-exklusive Lizenz ein. Nutzerinnen und Nutzer behalten damit die Rechte an ihren Inhalten vollständig, erlauben Instagram aber, diese auch zu verwerten.

Instagram muss aber in Zukunft seine Nutzungsbedingungen ändern – jedenfalls in Deutschland. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat im Oktober 2017 die Firma erfolgreich abgemahnt, dass die Nutzungsbedingungen nicht deutschem Recht entsprechen. Unsere Kollegen von irights.info haben die Entscheidung zusammengefasst.

In den Datenschutzbedingungen teilt der Dienst explizit mit, dass es alle Daten, die es sammelt, mit den anderen Unternehmen der Facebook-Gruppe teilen darf. Dazu gehören unter anderem Facebook und WhatsApp. Betreffende Daten sind zum Beispiel die Informationen, die der Nutzer oder die Nutzerin selbst zur Verfügung stellt, wie Name, Ort, E-Mail-Adresse, aber auch Analyseinformationen über das Gerät, Metadaten, Trackingdaten und vieles mehr. Der Dienst lässt seinen Nutzerinnen und Nutzern keine Wahl: Entweder, ist man damit einverstanden – oder man nutzt Instagram nicht.

 

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