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Was Sie über Instagram wissen sollten

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Die Foto-Sharing-Community Instagram hat in den letzten Jahren ein erstaunliches Wachstum an den Tag gelegt. Neue Funktionen wie Stories und Live-Videos spielen dabei eine große Rolle. Wie sieht es aber mit Sicherheit und Datenschutz aus?

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Fotos · Instagram · Soziale Netzwerke
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Auf einen Blick

Das ist Instagram

Instagram ist eine mobile Social-Media-Plattform für das Veröffentlichen von Bildern und Videos. Nutzerinnen und Nutzer können über ihr Smartphone Fotos und Videos aufnehmen, diese mit Filtern bearbeiten und dann auf der Plattform veröffentlichen. Markenzeichen sind quadratische Bilder mit Retrofilter.

Die Inhalte bei Instagram sind vielfältig. Sie reichen von privaten Bildern über Kunst- und Profifotografien, Reise-, Koch- und Fitnessblogs bis hin zu Bildmaterial von Unternehmen, NGOs und Institutionen, die ihre Marke bekannter machen wollen.

Instagram-Filter geben jedem Bild einen speziellen Look. Die Instagram-Filter geben jedem Bild einen besonderen Look. Dadurch haben Smartphone-Fotografen schnelle Erfolgserlebnisse.

Instagram Grundfunktionen

Um selbst Fotos hochzuladen und mit anderen zu teilen, muss man sich mit einer E-Mail-Adresse anmelden. Dabei ist das Konto per Voreinstellung auf „öffentlich“ gestellt. Das heißt, dass jeder die Bilder, die man hochlädt, sehen kann. Wer will, kann das einschränken und das Konto auf „privat“ stellen. Dann können nur Personen die Bilder sehen, die selbst ein Instagram-Konto haben und die man bestätigt hat.

Auf der Home-Seite von Instagram sieht man wiederum die Bilder der Personen, die man abonniert hat. Genauso tauchen die eigenen Bilder auf der Home-Seite der Personen auf, die einen selbst abonniert haben.

Instagram ist eine genuin mobile Anwendung. Es gibt zwar ein Webinterface, aber die wichtigste Funktion – das Bilder-Veröffentlichen – funktioniert nur über das Smartphone.

Die App gibt es für die mobilen Betriebssysteme Android, iOS und Windows 10.

Nutzerzahl und Geschäftsmodell

15 Millionen Menschen in Deutschland benutzen die Foto-App mindestens einmal im Monat (Stand August 2017). Weltweit gibt es über eine Milliarde Nutzer (Stand Juni 2018).

Instagram wurde 2010 von Kevin Systrom und Mike Krieger gegründet und 2012 für 740 Millionen Dollar von Facebook übernommen. Systrom leitet den Dienst weiterhin als CEO. Hauptsitz ist die Facebook-Zentrale in Menlo Park in Kalifornien.

Genauso wie bei Facebook können Unternehmen auch auf Instagram Werbeanzeigen schalten und eigene Posts gegen Bezahlung hervorheben. Werbeanzeigen und gesponserte Posts können im Feed der Nutzer oder auch in den Stories angezeigt werden.

Auch das sogenannte „Influencer-Marketing“ spielt auf Instagram eine große Rolle. Dabei bezahlen Unternehmen Instagram-Nutzer mit vielen Abonnenten dafür, dass sie in ihren Posts Werbung für ihre Produkte und Dienstleistungen machen. Die Firma selbst verdient an diesen Partnerschaften kein Geld.

Diese Produktplatzierungen waren bisher nicht als Werbung gekennzeichnet. Sie gerieten deshalb immer wieder als Schleichwerbung in die Kritik. Im Juni 2017 hat Instagram die Kennzeichnung „Bezahlte Partnerschaft“ für solche Beiträge eingeführt.

Stories – schnelle Bilder für zwischendurch

Seit August 2016 gibt es neben dem normalen Bilder-Feed die Funktion „Stories“, mit der man seinen Abonnenten Fotos und kurze Videos für 24 Stunden zeigen kann. Danach sind die Inhalte weg – ähnlich wie bei Snapchat.

Als Teil der Stories können Nutzer Live-Videos streamen, die bis zu eine Stunde lang sind. Diese Live-Videos können im Anschluss als Aufzeichnung in den Stories veröffentlicht werden. Sie sind dann ebenfalls 24 Stunden lang zu sehen.

Für die Stories gibt es gesonderte Privatsphäre-Einstellungen. Das heißt, selbst wenn man ein öffentliches Konto hat, kann man seine Stories und Live-Videos vor bestimmten Leuten verbergen. Zusätzlich kann man einstellen, wer auf die Stories antworten kann und ob das Teilen gestattet ist.

In Stories kann man auch Umfragen erstellen. Die Antworten sind allerdings nicht anonym. Das heißt, der- oder diejenige, die die Umfrage erstellt hat, sieht, wer was geantwortet hat. Das kann manchmal peinlich werden, wie manche Nutzer feststellen mussten, wenn sie bei Umfragen eher unangenehme Meinungen vertraten.

Metadaten: Versteckte Ortsangaben

Digitale Bilder tragen zusätzliche Informationen mit sich – die sogenannten Metadaten. Das sind zum Beispiel die Art der Kamera, der Ort, wo das Foto aufgenommen wurde, das Datum der Aufnahme und vieles mehr. Man kann zusammen mit einem Foto auch einen Standort veröffentlichen. Instagram schlägt dafür jeweils den Ort aus den Metadaten des Bildes vor. Man kann aber auch manuell einen anderen Standort eingeben.

Die restlichen Metadaten sind für die Nutzer nicht sichtbar. Das heißt aber nicht, dass Instagram sie nicht für den eigenen Gebrauch speichert. Grundsätzlich kann man aber Bilder anderer Nutzer bei Instagram nur über Umwege herunterladen. Eigene Bilder kann man speichern, indem man in den Einstellungen „Originalfotos speichern“ aktiviert.


Sicherheit und Hacks bei Instagram

Im September 2017 wurde bekannt, dass Hacker sechs Millionen E-Mail-Adressen und Telefonnummern von Instagram gestohlen hatten. Passwörter sollen nicht darunter gewesen sein, sagt die Firma. Betroffen waren nicht nur Konten von Prominenten – zum Beispiel dem Fußballer Cristiano Ronaldo –, sondern auch Konten von normalen Nutzern.

Aber auch individuelle Instagram-Konten sind nach wie vor eine beliebte Beute und werden immer wieder durch Tricks gestohlen. Hackern geht es dabei meist um besonders kurze oder attraktive Nutzernamen, die auf dem Schwarzmarkt für viel Geld gehandelt werden. Im August 2018 meldeten Nutzer eine regelrechte Diebstahl-Welle.

Wie bei allen Diensten, die sensible persönliche Daten beinhalten, empfiehlt es sich daher, das Konto gut abzusichern. Die wichtigsten Regeln dafür sind:

  • Sicheres Passwort verwenden (mindestens 8 Zeichen)
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen
  • Den E-Mail-Account mit der verknüpften E-Mail-Adresse sichern

Falls Ihr Konto gestohlen wurde, bietet Instagram hier Hilfestellung.

Verbesserte Zwei-Faktor-Authentifizierung

Instagram bietet seit Ende August 2018 eine verbesserte Zwei-Faktor-Authentifizierung an. Bislang bekam man bei diesem Verfahren einen zusätzlichen Sicherheitscode per SMS zugeschickt, wenn man sich neu einloggt. Der Nachteil: Angreifer können diese SMS abfangen.

Der Trick dabei nennt sich SIM-Swapping und ist zumindest in den USA inzwischen recht häufig. Dabei erlangt ein Angreifer Zugriff auf die eigene Telefonnummer, indem er sich beim Provider im Namen des Eigentümers eine Ersatzkarte zuschicken lässt oder die Rufnummern-Mitnahme missbraucht.

In der verbesserten Funktion ist es nun auch möglich, eine Authentifikations-App zu nutzen. Weit verbreitet ist zum Beispiel die App „Google Authenticator“.


Datenschutz und Privatsphäre

Instagram speichert alle Informationen, die man auf die Plattform hochlädt, alle Angaben, die man dort macht, alle Aktivitäten, die man dort durchführt. Die Firma analysiert auch explizit, mit wem man auf der Plattform interagiert und wie, um daraus Interessen abzuleiten. Auch pikant: Instagram speichert Kontakte, die man hochlädt, um darüber Bekannte zu finden, und nutzt sie für Werbezwecke.

Darüber hinaus erfasst Instagram die eindeutige Geräte-ID. Damit können Daten mit Informationen aus anderen Quellen verknüpft werden, selbst wenn man sich mit einem falschen Namen anmeldet.

In den Datenschutzbedingungen teilt der Dienst explizit mit, dass es alle Daten, die es sammelt, mit den anderen Unternehmen der Facebook-Gruppe teilen darf und auch von diesen Informationen erhält. Dazu gehören unter anderem Facebook und WhatsApp.

An dieser Datenerfassung und -verwendung von Instagram kann man momentan kaum etwas ändern. Anders ist die Situation, wenn es darum geht, die eigenen Informationen und Inhalte vor anderen Nutzern und Nutzerinnen zu schützen. Hier bietet Instagram viele Optionen – die leider in der Standardeinstellung auf maximaler Öffentlichkeit stehen.

Die wichtigsten Einstellungen, die Sie überprüfen sollten sind:

  • Privates Konto: Standardmäßig aus
  • Aktivitätsstatus: Standardmäßig für alle sichtbar
  • Kommentareinstellungen: Standardmäßig können alle kommentieren
  • Fotos von dir: Standardmäßig sind Fotos, auf denen dich jemand markiert hat, automatisch für alle in deinem Profil sichtbar
  • Kontaktsynchronisierung: (bleibt nach einmaligem Anschalten an)


Recht am eigenen Bild

Wie bei allen sozialen Plattformen gilt auch bei Instagram: Es gelten die selben Regeln für den Umgang mit Bildern, die auch außerhalb des Internets gelten. Dies betrifft insbesondere das Recht am eigenen Bild. Es ist grundsätzlich nicht erlaubt, ein Bild von einer Person ohne deren Zustimmung zu veröffentlichen.

Das gilt auch auf Instagram und auch, wenn man das Bild nicht selbst gemacht hat. Auch für Bilder, die man etwa per Messenger von jemand anders erhält und dann auf Instagram veröffentlicht, ist man haftbar. Wer sich an der rechtswidrigen Verbreitung von Bildern beteiligt, zum Beispiel im Rahmen von Cybermobbing, kann sich also nicht auf denjenigen berufen, der das Bild in Umlauf gebracht hat.

Nutzungsbedingungen

Die Nutzungsbedingungen von Instagram entsprechen den üblichen Gepflogenheiten in sozialen Netzwerken.

Nutzer müssen mindestens 13 Jahre alt sein, um die Plattform zu nutzen. Außerdem hat Instagram eine, wie in den USA übliche, Nacktheitsklausel. So gibt es zwar zahlreiche leichtbekleidete Fitnessmodels, aber Brustwarzen sind tabu. Dagegen regt sich durchaus Protest. Viele Nutzerinnen wundern sich, wieso zum Beispiel eine stillende Mutter sexuell aufreizend ist, ein in die Kamera gehaltener nackter Po aber nicht.

In den Nutzungsbedingungen behält sich der Dienst explizit vor, dass „alle Inhalte nicht vertraulich und nicht rechtlich geschützt“ sind. Instagram sei nicht haftbar für irgendeine Nutzung oder Offenlegung von Inhalten. Auch deshalb sollte man nur Inhalte posten, die im Zweifel auch öffentlich sein dürften – selbst wenn man sein Konto auf privat gestellt hat.

Wie üblich räumt man Instagram als Nutzer laut Nutzungsbedingungen „eine nicht-exklusive, vollständig bezahlte und gebührenfreie, übertragbare, unterlizenzierbare, weltweite Lizenz für die Nutzung der Inhalte“ ein, damit die Inhalte – Fotos, Grafiken, Videos – auf der Plattform ausgespielt werden können. Sonst könnte der Dienst nicht funktionieren, da er die Fotos der Nutzer nicht anderen Nutzern zeigen dürfte.

Instagram räumt sich dabei eine nicht-exklusive Lizenz ein. Nutzerinnen und Nutzer behalten damit die Rechte an ihren Inhalten vollständig, erlauben Instagram aber, diese auch zu verwerten.

Im Oktober 2017 hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen Instagram erfolgreich abgemahnt, weil die Nutzungsbedingungen nicht deutschem Recht entsprachen. Die Firma hat seine Bedingungen inzwischen angepasst.

Unsere Kollegen von irights.info haben die Entscheidung zusammengefasst.

 

 

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