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IMEI und SIM – was hat das mit Sicherheit zu tun?

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Mit der IMEI-Nummer lässt sich ein Smartphone oder Tablet eindeutig identifizieren. Das ist wichtig, um gestohlene Geräte identifizieren zu können. Aber auch Geheimdienste und Kriminelle nutzen diese Nummern.

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Handyortung · IMEI · SIM
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Auf einen Blick

Was ist die IMEI?

Jedes Smartphone oder Tablet mit einem Mobilfunkchip verfügt über eine sogenannte IMEI-Nummer. Die Abkürzung steht für: International Mobile Station Equipment Identity). Diese Nummer besteht aus 15 Ziffern und ist theoretisch für jedes Gerät weltweit eindeutig – das bedeutet, dass jede Nummer nur einmal vergeben wird.

Wenn man ein Smartphone anschaltet, bucht es sich in eines der verfügbaren Mobilfunknetze ein. Erst dann kann man telefonieren, SMS schicken oder das mobile Internet nutzen. Bei dem Anmeldeprozess wird unter anderem die IMEI-Nummer an den Mobilfunkbetreiber übertragen.

IMEI und Diebstahl

Einige Mobilfunkbetreiber pflegen eine sogenannte „Schwarze Liste“ mit Geräten, die sich nicht einwählen dürfen. Zum Beispiel, weil das Gerät mit dieser IMEI-Nummer als gestohlen gemeldet wurde. In Deutschland machen das momentan Vodafone und die Deutsche Telekom.

Allerdings gleichen die Provider, die solche Sperrungen vornehmen, ihre Listen nicht untereinander ab. So kann ein Dieb das gestohlene Handy noch immer im Ausland oder im Netz eines anderen Providers nutzen.

Eine Ortung von Smartphones nehmen die Provider nicht mittels der IMEI vor. Bei der sogenannten Funkzellenortung werden immer nur die SIM-Karten über die Telefonnummer geortet.

Ähnlich wie die Fahrzeuggestellnummer beim Auto oder die Rahmennummer beim Fahrrad sollte man bei einem gestohlenen Smartphone die IMEI-Nummer der Polizei und dem Mobilfunkbetreiber melden. Die Polizei kann das Gerät dann eindeutig identifizieren, falls es gefunden wird.

IMEI-Nummer finden und ändern

Die IMEI-Nummer eines Smartphones wird angezeigt, wenn man mit dem Wähltastenblock die Zeichenkombination*#06# eingibt und eventuell noch die „Anrufen“ Taste drückt. Oft ist die Nummer zudem auf dem Gerät direkt zu finden, bei Smartphones mit auswechselbarem Akku zum Beispiel unter der Schutzhülle. Auch auf der Originalverpackung steht in der Regel die IMEI auf einem Etikett.

Eigentlich sollte die Nummer fest in das Gerät „eingebrannt“ sein. Aber je nach Gerät ist es mit entsprechender Software möglich, den Chip, der die IMEI-Nummer speichert, zu manipulieren und die Nummer zu ändern.

Das Ändern der IMEI-Nummer steht in einigen Ländern, zum Beispiel Großbritannien, unter Strafe. In Deutschland ist die Änderung der IMEI-Nummer nicht ausdrücklich per Gesetz verboten. Wer bei einem gestohlenen Smartphone die IMEI-Nummer ändert, könnte aber aufgrund des § 269 StGB belangt werden. Der Paragraf besagt, dass das Fälschen von Beweisen in polizeilichen Ermittlungen – und das könnte bei einem gestohlenen Smartphone die IMEI-Nummer sein – strafbar ist.

Geräte mit manipulierten IMEI-Nummern können großen Ärger verursachen. Denn es kann passieren, dass dadurch zweimal die gleiche IMEI auftaucht. Solche IMEI-Doppelungen fallen dem Provider natürlich auf und im schlimmsten Fall wird dann das falsche Gerät gesperrt.

IMEI und IMSI

Neben der IMEI-Gerätenummer überträgt das Smartphone oder Tablet zudem die IMSI-Nummer (International Mobile Subscriber Identity). Das ist eine Zahlenkombination, die nicht auf dem Gerät gespeichert ist, sondern über die eingelegte SIM-Karte generiert wird. Wer also seine bisher genutzte SIM-Karte in ein neues Smartphone steckt, bekommt eine neue IMEI-Nummer (da es ein anderes Gerät ist), behält aber die alte IMSI-Nummer.

Interessant ist die IMSI-Nummer auch, wenn es um den Schutz der Privatsphäre geht. Denn sofern Smartphones nicht ausgeschaltet sind oder sich im Flugmodus befinden, suchen sie automatisch die nächstgelegenen Mobilfunkmasten und buchen sich dort ein.

Der Mobilfunkanbieter – und damit auch die Sicherheitsbehörden, die unter Umständen Zugriff auf dessen Daten erhalten – können damit das Bewegungsprofil eines Smartphone-Besitzers ziemlich genau nachvollziehen. Wie genau, das zeigt eine Visualisierung der Verbindungsdaten des Grünen-Politikers Malte Spitz, die 2009 bei Zeit Online erschien.

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