Ratgeber

Greenwashing-Check: iPhone-Recycling in Roboterhand

Ein Artikel von , veröffentlicht am 18.04.2024
Foto: Sincerely Media

Apple präsentiert sich gerne als grüner Handybauer. Wir schauen uns die Details in einer Serie an. Diesmal geht es ums Zerlegen alter Handys.

Apple hat eigene Roboter fürs Recycling von iPhones gebaut. Die faszinierenden Videoaufnahmen von der Maschine, die in Windeseile iPhones sauber in kleinste Bestandteile zerlegt, waren ein voller Marketing-Erfolg. Aber ist das wirklich die Zukunft des Recyclings?

In dieser Serie schauen wir uns fünf Beispiele für Apples Umweltversprechen an. Hier geht es zur Übersicht.

….das ist nur scheinbar grün

Der Zerlege-Roboter sieht klasse aus und funktioniert auch. Aber er hat zu wenig Arbeit. Denn viel zu wenige Handys landen dort. 2018 sind etwa 218 Millionen iPhones neu auf den Markt gekommen. Apple sammelte aber nur 9 Millionen ein, von denen 7,8 Millionen wieder verkauft und 1,2 Millionen auseinandergenommen wurden, berichtet Cnet.

Möglicherweise hat Apple hier das Pferd von hinten aufgezäumt: Das Reycling-Problem bei Handys ist aktuell eigentlich mehr ein Sammel-Problem. Aber Handys zu sammeln bringt natürlich nicht so coole Bilder.

…das ist ein Lob wert

Trotzdem ist der Recyclingroboter eine gute Sache: Denn aus den auseinandergebauten Handys lassen sich viel mehr Stoffe zurückgewinnen. Kobalt etwa ist ja vor allem in der Batterie, Wolfram beispielsweise im Vibrationselement. Wenn man das ganze Handy schreddert, wie es momentan Praxis ist, ist die Menge dieser Elemente so gering, dass sich der Recycling-Schritt nicht lohnt. Apple hat hier gezeigt, dass es auch anders geht. Außer Apple macht sich kaum einer der großen Anbieter die Mühe, die Teile auseinanderzunehmen.

 

➜ Zurück zur Übersicht der Serie.

 

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Jonas Bickelmann

Leitet die Redaktion von mobilsicher. Er studierte Philosophie, machte ein Volontariat bei einer Berliner Tageszeitung und schreibt nicht nur gerne über grünere Smartphones, sondern als freier Autor auch über Reisen und Kultur.

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