Hintergrund

Was ist eigentlich ein Backup?

Drombeg Steinkreis

Fotos, Notizen, E-Mails, Kennwörter – wer sein Tablet oder Smartphone nutzt, speichert allerhand auf dem Gerät. Ist es mal weg, sind auch die Daten verschwunden. Nutzer sollten deshalb diese Daten regelmäßig sichern – und ein sogenanntes Backup anlegen.

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Backup · Cloud
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Backups – wichtig bei Mobilgeräten

Wer früher seine wichtigsten Familienfotos sicher aufbewahren wollte, hat Abzüge anfertigen lassen und diese in ein Bankschließfach gelegt. Selbst im Falle eines Einbruchs oder Hausbrandes waren dann immer noch die Abzüge, also die Kopien, in Sicherheit.

Fotos liegen heute meist digital vor, zum Beispiel als Dateien auf dem Smartphone. Auch hier gilt: wer diese Fotos langfristig bewahren will, sollte Kopien anfertigen und sicher aufbewahren. Ein Backup ist nichts anderes als eine Kopie von Daten. Ähnlich wie bei dem Beispiel mit dem Bankschließfach bietet es sich an, diese Datensicherung an einem sicheren Ort abzulegen.

Gerade bei mobilen Geräten wie Smartphones ist ein regelmäßiges Backup wichtig. Anders als den Computer auf dem Schreibtisch nimmt man das Smartphone überall hin mit – mit allen Risiken. Täglich werden unzählige Geräte in Taxis oder Bahnen liegen gelassen, fallen ins Waschbecken oder werden geklaut. Die Daten sind dann oft unwiederbringlich verloren.

Benutzerdaten-Backup oder Komplettbackup?

Jedes mobile Betriebssystem hat unterschiedliche Möglichkeiten, ein Backup anzulegen. Bei allen lassen sich die sogenannten Benutzerdaten sichern. Darunter versteht man zum Beispiel Fotos, Musik-Dateien oder Kontakte.

Bei einem Komplettbackup hingegen wird ein vollständiges Abbild des Betriebssystems gespeichert. Die Sicherung umfasst also nicht nur die Nutzerdaten, sondern zum Beispiel auch die Dateien, in denen das Betriebssystem und die Apps gespeichert sind.

Was eignet sich für wen?

Für den Großteil der Smartphone-Nutzer reicht ein Benutzerdaten-Backup. Im Fall eines Verlustes sind dann zumindest die Kontakte, Fotos und Musik-Dateien gesichert – und lassen sich meist recht einfach auf ein neues Gerät übertragen. Wichtig ist jedoch, dass dies regelmäßig geschieht. Wer nur einmal im Jahr seine Fotos sichert, riskiert einen Verlust vieler Daten.

Ein Komplettbackup eignet sich vor allem für Nutzer, die ihr Smartphone jederzeit auf exakt gleicher Hardware, also einem baugleichen Modell, wiederherstellen möchten. Das kann dann sinnvoll sein, wenn man größere Eingriffe vornehmen will, zum Beispiel ein Betriebssystem-Upgrade. Wenn das Upgrade nicht funktioniert, kann man mit einem Komplettbackup den letzten funktionierenden Zustand wiederherstellen.

Zu empfehlen ist ein Komplettbackup auch für Nutzer, die ihr Gerät in Reparatur geben müssen, weil zum Beispiel das Display gesprungen ist.

Wo werden die Daten gespeichert?

Wer seine Smartphone-Daten sichern möchte, hat theoretisch drei Möglichkeiten:

  1. Das Backup wird auf dem Smartphone selbst gespeichert.
  2. Das Backup wird auf einem externen Speicher, beispielsweise einem Computer, gespeichert.
  3. Das Backup wird auf einem Online-Speicher, also in der Cloud, gespeichert.

Welche dieser Möglichkeiten tatsächlich verfügbar sind, hängt vom Betriebssystem des Smartphones ab (Android oder iOS).

Wenn man das Beispiel von den Fotos im Bankschließfach heranzieht, wird klar, dass Variante eins (auf dem Smartphone) nur in wenigen Situationen eine Absicherung darstellt. Was nützen auf dem Dachboden deponierte Abzüge, wenn das gesamte Haus in Flammen steht?

Hilfreicher ist es, das Backup auf einem externen Speicher wie einem Computer abzulegen. Das hat den Vorteil, dass man genau weiß, wo die Daten liegen. Allerdings muss man sich auch um die Sicherheit des Backup-Computers kümmern, vor allem wenn die Backup-Datei unverschlüsselt abgespeichert wird. Außerdem muss man sich selbst disziplinieren und das Backup auch wirklich regelmäßig durchführen.

Variante drei hat den Vorteil, dass das Backup verfügbar ist, auch wenn der heimische PC streikt. Die Daten werden dabei, ähnlich wie beim Banksafe, woanders gespeichert: In den Rechenzentren des Anbieters.

Cloud-Backups: eine zweischneidige Sache

Backup-Lösungen via Cloud haben einen ganz praktischen Vorteil. Sie lassen sich unkompliziert automatisieren, da man das Gerät nicht erst per Kabel verbinden muss.

Die Cloud-Variante hat aber auch Nachteile: Man vertraut einem fremden Unternehmen seine Daten an. Wie beim Banksafe auch, muss man dem Anbieter glauben, dass er diese Daten schützt und die Privatsphäre wahrt.

Cloud-Backups sind auch deswegen eine zweischneidige Sache, weil sie faktisch die Geräte-Verschlüsselungz konterkarieren, die im Idealfall auch den Anbietern der Betriebssysteme den Blick auf die Inhalte ihres Smartphones verwehrt.

Erstellt man ein Cloud-Backup bei Apple, Google oder einem anderen Anbieter, landen die Daten auf den Servern der Unternehmen. Über gerichtliche Anordnungen können auch Behörden diese Daten einsehen. Die sichere Verschlüsselung des Smartphone-Speichers hebelt man mit einem Cloud-Backup quasi selbst aus.

Zu beachten ist auch, dass es leicht passieren kann, dass man ein Cloud-Backup unbeabsichtigt erstellt, weil man nicht genau hingeschaut- oder eine Schaltfläche übersehen hat. Dabei landen sehr sensible Daten in der Cloud: Das standardmäßig aktivierte iCloud-Backup bei iOS umfasst beispielsweise Fotos und Videos, Anrufverlauf, SMS und iMessages, App-Daten und Gesundheitsdaten.

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