Hintergrund

App-Stores für iOS

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Erich Ferdinand
, CC BY 2.0

iOS-Nutzer sind im Prinzip an den Apple-eigenen App-Store gebunden. Das bringt Vorteile und Nachteile mit sich. Nutzer können die Beschränkung auf diesen Store nur schwer umgehen. Wenn sie es jedoch tun, stellen sich neue Sicherheitsfragen.

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App-Stores · Apps · iOS · Jailbreak
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Apple schränkt die iOS-Nutzerinnen in der Auswahl der Apps stark ein – zu ihrem eigenen Schutz, wie es heißt. Im Auslieferungszustand kann man Apps ausschließlich aus Apples App-Store installieren. Apps zu installieren, die dort nicht angeboten werden, ist nur nach einem sogenannten Jailbreak möglich. Dadurch gehen Nutzer jedoch gewisse Risiken ein, was die Sicherheit angeht.

Apple App-Store: Streng nach Vorschrift

Der App-Store ist auf allen iOS-Geräten vorinstalliert. Laut Apple werden die Apps, die dort landen, von Mitarbeitern einzeln auf Funktions- und Sicherheitsmängel geprüft. Sollten dennoch später Probleme bekannt werden, kann Apple die Apps auch nachträglich vom Gerät entfernen.

Bisher sind nur wenige Fälle bekannt geworden, in denen diese Kontrollen überlistet wurden und Schadsoftware vorübergehend zum Download angeboten wurde. Ein erfolgreicher Angriff auf den App-Store im September 2015 betraf allerdings gleich mehrere hundert Apps und Millionen Nutzerinnen. Absolute Sicherheit gibt es also auch im App-Store nicht.

Die Beschränkung auf Apps aus Apples App-Store ist im Betriebssystem verankert. Dies bietet einen gewissen Schutz, einige Nutzer kritisieren dies aber als bevormundend.

Vollkommene Kontrolle durch Apple

Durch die Beschränkung auf den App-Store hat Apple die vollkommene Kontrolle darüber, welche Programme Nutzerinnen verwenden können. Zudem weiß Apple jederzeit, welche Apps auf einem Gerät installiert sind, weil die Geräte diese Information regelmäßig an Apple senden.

In der Vergangenheit wurden auch Apps aus dem App-Store entfernt, bei denen es keine Sicherheitsprobleme gab. Kriterien für im App-Store erlaubte Apps erstrecken sich nämlich auch auf Jugendschutz und unerwünschte Inhalte.

So wurde die App „HiddenApps“ im März 2013 aus dem Store genommen. Mit der App konnten Nutzer Gerätefunktionen überwachen, die sonst nur Entwicklerinnen zur Verfügung standen. Auch ein soziales Netzwerk für Cannabis-Nutzer war kurzzeitig nicht mehr für iOS-Nutzerinnen erhältlich, wurde aber nach einer Protestkampagne wieder in den App-Store aufgenommen.

Auch hinsichtlich der Datenschutzbestimmungen und allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sind iOS-Nutzer dem App-Store auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Die AGB von Apple waren schon häufiger in der Kritik von Verbraucherverbänden. Im Jahr 2013 gewann die Verbraucherzentrale Bundesverband ein Gerichtsverfahren, wonach die Einwilligungen, die pauschal vom Nutzer gefordert wurden, zu weitreichend waren.

Alternativen nur nach dem Jailbreak

Wer Apps auch aus anderen Quellen installieren will, muss diese (und andere) Einschränkungen aufheben. Diesen Vorgang nennt man „Jailbreak“ – englisch für Gefängnisausbruch. Das bestehende Betriebssystem wird dabei auf dem Gerät verändert.

Nach einem Jailbreak ist es möglich, alternative App-Stores wie den Cydia-Store und sogenannte App-Repositorien zu nutzen. App-Repositorien sind Sammlungen von Programmdateien, die alles mögliche enthalten können – auch Schadsoftware.

Da durch einen Jailbreak viele Sicherungsmechanismen ausgehebelt werden, sind damit unter Umständen weitere Risiken verbunden. Für technisch nicht-versierte Nutzer ist solch ein Jailbreak eher nicht zu empfehlen. Sicherheitshinweise bei mobilsicher.de gelten in der Regel nur für Geräte im Standard-Zustand ohne Jailbreak.

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