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Anonym surfen mit Tor

Maske

Wer sich im Internet bewegt, ist nicht anonym. Bei jedem Webseiten-Besuch fallen Verbindungsdaten an, die im Bedarfsfall realen Internetanschlüssen zugeordnet werden können. Anonym sein ist im Internet nur über Umwege möglich. Eine Lösung ist Tor.

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Browser · Tor · Verschlüsselung
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Wer eine Webseite aufruft, teilt dem Anbieter der Webseite einiges mit. Zum Beispiel, welches Gerät und welches Betriebssystem man nutzt. Mit sorgfältigen Einstellungen in einem geeigneten Browser kann man verhindern, dass diese Daten übertragen werden.

Was dann noch bleibt, sind die Verbindungsdaten, vor allem die sogenannte IP-Adresse. Wer unerkannt surfen will, muss Webseitenbetreiber daran hindern, die eigene IP-Adresse zu erfahren.

Die IP-Adresse: Der Paketaufkleber im Internet

Das Internet kann man sich als ein Netz von Computern vorstellen, sogenannten Routern. Ein Gerät, welches über das Internet Daten austauschen will, muss mit einem dieser Router verbunden sein. Wer bei sich Zuhause einen Internetzugang hat, besitzt in der Regel auch einen solchen Router. Es ist das kleine Gerät, das an die Telefonbuchse angeschlossen ist.

Jedem Router im Internet ist eine Nummer zugeordnet: die IP-Adresse. Diese wird beim Surfen stets übertragen. IP steht dabei für „Internet Protocol“. Diese Adresse kann dauerhaft sein, oder sich von Zeit zu Zeit ändern.

Daten, die über das Internet versendet werden, sind zu Paketen zusammengefasst. Diese Pakete tragen, selbst wenn der Inhalt verschlüsselt ist, außen einen „Paketaufkleber“, der die IP-Adressen von Absender und Empfänger enthält.

Wer kann IP-Adressen zuordnen?

Wer sich im Internet bewegt, teilt anderen dabei also ständig seine IP-Adresse mit, auch jedem Router auf dem Weg vom Smartphone zur besuchten Webseite. Der Internetanbieter kann die IP-Adressen eines bestimmten Datenaustausches realen Anschlussinhabern zuordnen.

IP-Adressen realen Anschlüssen zuzuordnen, ist nur innerhalb gesetzlicher Schranken erlaubt. Die Polizei zum Beispiel kann vom Internetanbieter verlangen, den Anschlussinhaber zu einer bestimmten IP-Adresse für die Strafverfolgung offen zu legen. Es besteht auch immer die Möglichkeit, dass sich Geheimdienste oder Hacker außerhalb des gesetzlichen Rahmens Zugang zu den Daten der Internetanbieter verschaffen.

Auch für Dritte ohne Zugriff auf die Datenbank des Internetanbieters ist die IP-Adresse interessant. Sie gibt Auskunft über den groben Aufenthaltsort (Land und ggf. Stadt) und erlaubt es, den Nutzer über verschiedene Webseiten hinweg zu identifizieren.

Zudem kann die IP-Adresse von Trackern mit anderen Daten verknüpft werden, zum Beispiel mit der Postadresse, die man beim letzten Interneteinkauf eingetippt hat. Damit ist die IP-Adresse auch für Dritte mit einer echten Identität verbindbar.

Anonymität durch Verschleierung

Wer beim Surfen im Web dennoch so anonym wie möglich sein will, kann einen Anonymisierungsdienst nutzen. Ein bekannter Dienst ist Tor (ursprünglich von „TOR – The Onion Router“ – englisch für „der Zwiebel-Router“).

Beim Datenverkehr über Tor werden Datenpakete über mehrere Router zu ihrem Ziel geleitet. Jedes Paket wird an jedem Router neu eingepackt und mit einem neuen „Adressaufkleber“ – also mit einer neuen IP-Adresse – versehen. So sind keine Rückschlüsse auf den ursprünglichen Sender und Empfänger möglich. Das Paket mit seinen vielen Hüllen gleicht dann sinnbildlich einer Zwiebel.

Die Identität des Nutzers wird also gegenüber der besuchten Webseite und auch unterwegs verschleiert. Wer allerdings persönliche Daten an die Gegenstelle übermittelt, sich beispielsweise im sozialen Netzwerk mit seinem Namen einloggt, ist gegenüber dem Ziel natürlich nicht mehr anonym.

Der Inhalt der Datenpakete ist unterwegs auch nicht automatisch vor neugierigen Dritten geschützt. Jede Station auf dem Weg kann sie einsehen. Wer auch den Inhalt der übermittelten Daten schützen möchte, muss sie zusätzlich verschlüsseln.

Lösungen für Mobilgeräte

Für Smartphones und Tablets gibt es funktionierende Lösungen, um anonym im Internet zu surfen. Für die meisten Betriebssysteme werden Browser mit eingebautem Tor angeboten – etwa Orweb für Android oder der Onion Browser für iOS.

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