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App-Module vorgestellt (Android)

Module_Android_Apps
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Viele Android-Apps enthalten Software-Bausteine von Drittanbietern – meist sind das Werbefirmen oder Analysedienste. Wer diese Drittanbieter genau sind, darüber erfährt man in der Regel nichts. Hier stellen wir besonders häufige und besonders problematische Anbieter kurz vor.

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Module · Tracking · Werbung
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Diese Liste enthält eine kleine Auswahl der wichtigsten Drittanbieter, die Module für Android-Apps anbieten. Sie wird nach und nach erweitert.

Flurry Analytics

  • Häufigkeit: In ca. 5,6 Prozent der untersuchten Apps vorhanden (Studie A.I. Rehberg).
  • Funktion: Analyse.
  • Betreiber: Flurry, Tochterunternehmen von Yahoo.
  • Gesammelte Daten: Alle „screen views“ und Klicks in der App, Betriebssystem-Version, eindeutige Geräte-IDs, Standort. Außerdem wird offensichtlich erfasst, wann eine App auf dem Gerät gestartet wird – unabhängig davon, ob diese ebenfalls Flurry enthält.
  • Umgang mit gesammelten Daten: Flurry teilt aggregierte Informationen über das Verhalten der Nutzer (App-übergreifend) mit all seinen Kunden. Das heißt, nicht nur der Hersteller der App, bei dem ein Anwender der Datenübertragung implizit „zugestimmt“ hat, erhält Anwenderdaten, sondern alle.
  • Opt-out: Für ein Opt-out muss man ein Nutzerkonto bei Flurry anlegen und dann die Geräte-ID dort eintragen. Es ist nicht ganz klar, welche Auswirkungen ein Opt-out genau hätte.
  • Besonderheiten: Ist auf dem Werbemarkt aktiv, hat also Interesse an personenbezogenen Daten. Im Frühjahr 2014 hatte Flurry nach eigenen Angaben Daten von mehr als 1,3 Milliarden Geräten in seiner Sammlung.

MoPub

  • Häufigkeit: Vorhanden in ca. 2,6 Prozent der untersuchten Apps (Studie A.I. Rehberg).
  • Funktion: Fungiert als „Mediator“, über den Entwickler mit einem einzigen Modul mehrere Werbenetze einbinden können.
  • Betreiber: MoPub Inc. hat seinen Geschäftssitz in San Francisco, USA, und ist ein Tochterunternehmen von Twitter.
  • Gesammelte Daten: Bei jedem „Report“ wird beispielsweise unverschlüsselt übermittelt: Geräte-ID, Geschlecht und Alter (wenn der App bekannt), Standort, Daten zum Mobilfunkbetreiber, Modell des verwendeten Geräts.
  • Besonderheiten: Eine Untersuchung 2016 fand heraus, dass MoPub den Anwender durch einen „Programmierfehler“ bewusst schädlicher Werbung aussetzt. Es ist nicht bekannt, ob der Fehler je behoben wurde – auf Anfragen gab MoPub keine Antwort. Auch bei AdMob und AdMarvel wurde der Fehler entdeckt, jedoch haben ihn beide mittlerweile beseitigt.

InMobi

  • Häufigkeit: Vorhanden in 2,6 Prozent der Apps (Quelle: AppBrain)
  • Funktion: Werbung ausliefern
  • Anbieter: InMobi Inc. Geschäftssitz: Singapore/Kalifornien, USA.
  • Gesammelte Daten: Eine genaue Analyse fehlt noch.
  • Besonderheiten: InMobi hat bereits Erfahrung mit Verletzungen der Privatsphäre von Nutzern und Nutzerinnen. So musste die Firma 2016 eine Strafe von 920.000 US-Dollar zahlen, weil sie die Standortdaten von Nutzern ohne Einwilligung eingesammelt hatte.

Umeng

  • Häufigkeit: Vorhanden in etwa 1,1 Prozent aller Apps (Quelle AppBrain)
  • Funktion: Analyse und Werbung. Gilt als das „Chinesische Flurry“.
  • Anbieter: Umeng Inc. gehört zur Alibaba-Gruppe. Geschäftssitz: Peking, China.
  • Gesammelte Daten: In unserem App-Test von musical.ly sah das Modul das Installationsdatum und die Installionsquelle der App, das genutzte Betriebssystem und Smartphone-Modell.
Zu den Werbe-Modulen „CallDorado“, „Millennial Media“ und „AdMob“ gibt es demnächst eine genauere Untersuchung von Andreas Itzchak Rehberg.

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