Checkliste

App-Module vorgestellt (Android)

Ein Artikel von , veröffentlicht am 07.06.2017
iStock.com / New7ducks

Viele Android-Apps enthalten Software-Bausteine von Drittanbietern – meist sind das Werbefirmen oder Analysedienste. Wer diese Drittanbieter genau sind, darüber erfährt man in der Regel nichts. Hier stellen wir besonders häufige und besonders problematische Anbieter kurz vor.

Diese Liste enthält eine kleine Auswahl der wichtigsten Drittanbieter, die Module für Android-Apps anbieten. Sie wird nach und nach erweitert.

Was es mit diesen Modulen auf sich hat, erklären wir im Beitrag App-Tracking: Was sind Module in Android-Apps?

Flurry Analytics

  • Häufigkeit: In ca. 5,6 Prozent der untersuchten Apps vorhanden (Studie A.I. Rehberg).
  • Funktion: Analyse.
  • Betreiber: Flurry, Tochterunternehmen von Yahoo.
  • Gesammelte Daten: Alle „screen views“ und Klicks in der App, Betriebssystem-Version, eindeutige Geräte-IDs, Standort. Außerdem wird offensichtlich erfasst, wann eine App auf dem Gerät gestartet wird – unabhängig davon, ob diese ebenfalls Flurry enthält.
  • Umgang mit gesammelten Daten: Flurry teilt aggregierte Informationen über das Verhalten der Nutzer (App-übergreifend) mit all seinen Kunden. Das heißt, nicht nur der Hersteller der App, bei dem ein Anwender der Datenübertragung implizit „zugestimmt“ hat, erhält Anwenderdaten, sondern alle.
  • Opt-out: Für ein Opt-out muss man ein Nutzerkonto bei Flurry anlegen und dann die Geräte-ID dort eintragen. Es ist nicht ganz klar, welche Auswirkungen ein Opt-out genau hätte.
  • Besonderheiten: Ist auf dem Werbemarkt aktiv, hat also Interesse an personenbezogenen Daten. Im Frühjahr 2014 hatte Flurry nach eigenen Angaben Daten von mehr als 1,3 Milliarden Geräten in seiner Sammlung.

MoPub

  • Häufigkeit: Vorhanden in ca. 2,6 Prozent der untersuchten Apps (Studie A.I. Rehberg).
  • Funktion: Fungiert als „Mediator“, über den Entwickler mit einem einzigen Modul mehrere Werbenetze einbinden können.
  • Betreiber: MoPub Inc. hat seinen Geschäftssitz in San Francisco, USA, und ist ein Tochterunternehmen von Twitter.
  • Gesammelte Daten: Bei jedem „Report“ wird beispielsweise unverschlüsselt übermittelt: Geräte-ID, Geschlecht und Alter (wenn der App bekannt), Standort, Daten zum Mobilfunkbetreiber, Modell des verwendeten Geräts.
  • Besonderheiten: Eine Untersuchung 2016 fand heraus, dass MoPub den Anwender durch einen „Programmierfehler“ bewusst schädlicher Werbung aussetzt. Es ist nicht bekannt, ob der Fehler je behoben wurde – auf Anfragen gab MoPub keine Antwort. Auch bei AdMob und AdMarvel wurde der Fehler entdeckt, jedoch haben ihn beide mittlerweile beseitigt.

InMobi

  • Häufigkeit: Vorhanden in 2,6 Prozent der Apps (Quelle: AppBrain)
  • Funktion: Werbung ausliefern
  • Anbieter: InMobi Inc. Geschäftssitz: Singapore/Kalifornien, USA.
  • Gesammelte Daten: Eine genaue Analyse fehlt noch.
  • Besonderheiten: InMobi hat bereits Erfahrung mit Verletzungen der Privatsphäre von Nutzern und Nutzerinnen. So musste die Firma 2016 eine Strafe von 920.000 US-Dollar zahlen, weil sie die Standortdaten von Nutzern ohne Einwilligung eingesammelt hatte.

Umeng

  • Häufigkeit: Vorhanden in etwa 1,1 Prozent aller Apps (Quelle AppBrain)
  • Funktion: Analyse und Werbung. Gilt als das „Chinesische Flurry“.
  • Anbieter: Umeng Inc. gehört zur Alibaba-Gruppe. Geschäftssitz: Peking, China.
  • Gesammelte Daten: In unserem App-Test von musical.ly sah das Modul das Installationsdatum und die Installionsquelle der App, das genutzte Betriebssystem und Smartphone-Modell.
Zu den Werbe-Modulen „CallDorado“, „Millennial Media“ und „AdMob“ gibt es demnächst eine genauere Untersuchung von Andreas Itzchak Rehberg.

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