Ratgeber

Frisch getestet: Wolt: Essenslieferung (Android)

Die Apps der neuen Lebensmittel-Lieferdienste sind oft Privatsphäre-Katastrophen. Auch auf die Wolt-App sollten Datenschutzfreund*innen lieber verzichten: Im Test gab sie Standort und Werbe-ID an die Marketingfirma Riskified weiter und kontaktierte noch sieben weitere Drittanbieter.

Wolt: Essenslieferung

Anbieter: Wolt Enterprises Oy
Letztes Update: 17.09.2021
Link zum Play-Store
Downloads: 5.000.000+
Version: 4.9.7
Werbung: nein
In-App-Käufe: nein
Kategorie:
Food and Drink

Wer bekommt welche Daten?

Branch Metrics Inc.
Performance Marketing
Verbindungsaufbau, Werbe-ID
TLS verschlüsselt
Facebook Inc.
Werbenetzwerk
Verbindungsaufbau, Werbe-ID
TLS verschlüsselt
Google LLC
Werbenetzwerk
Werbe-ID
TLS verschlüsselt
Intercom Inc.
Messenger
Eigene E-Mail-Adresse, Nachname (Nutzerangabe), Verbindungsaufbau, Vornamen (Nutzerangabe)
TLS verschlüsselt
Iterable Inc.
Direktmarketing
Verbindungsaufbau, Werbe-ID
TLS verschlüsselt
Wolt Enterprises Oy
Anbieter dieser App
Eigene E-Mail-Adresse, Standortdaten (GPS-basiert), Verbindungsaufbau, Werbe-ID
TLS verschlüsselt
Verbindungsaufbau
TLS verschlüsselt
AMP (Google)
IT-Infrastruktur
Verbindungsaufbau
TLS verschlüsselt
AppsFlyer Inc.
Performance Marketing
Verbindungsaufbau
TLS verschlüsselt
Ravelin Technology Ltd.
Betrugsprävention
Verbindungsaufbau
TLS verschlüsselt
reCaptcha by Google
Captcha-Dienst
Verbindungsaufbau
TLS verschlüsselt

Bei dieser App schätzen wir das Risiko für Ihre Privatsphäre als sehr hoch ein. Warum wir von der Nutzung nur abraten können, lesen Sie hier:

Der Drittanbieter Riskified Inc. erhielt im Test den Standort des Gerätes, sofern der App die Zugriffsberechtigung "Standort" gewährt wurde. Zusätzlich erfasste er eine oder mehrere eindeutige Kennnummern des Testgerätes (hier: die Werbe-ID). Anhand dieser Kennnummern können die Daten mit bestehenden Datensammlungen verknüpft werden. Mit Standortdaten lassen sich Bewegungsprofile erstellen, die Rückschlüsse auf eine Person ermöglichen. Daher bewerten wir das Risiko für Ihre Privatsphäre bei diesem Verhalten als sehr hoch.

Der Anbieter der App, Wolt Enterprises Oy, erfasste im Test den Standort des Gerätes, sofern die Berechtigung "Standort" freigegeben wurde. Zusätzlich erhielt er auch den Nachname, die Telefonnummer, die E-Mail-Adresse und den Straßenname, die wir im Test angegeben hatten. Kombiniert der Anbieter diese Informationen, so kann er ein Bewegungsprofil erstellen, welches er über die Kennnummer mit anderen Daten ergänzen und einer Person zuordnen kann. Weiterhin kann er Nutzer*innen kontaktieren oder identifizieren. Daher bewerten wir dieses Verhalten als kritisch.

An den Anbieter der App, Wolt Enterprises Oy, gingen folgende Daten, die wir im Test angegeben hatten: Standort, Nachname, Straßenname, Suchbegriff, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Vorname und Werbe-ID. Diese Informationen können für die Funktion der App notwendig sein, zum Beispiel um das Bezahlen per Mobilfunkrechnung zu ermöglichen. Gerade die Telefonnummer kann aber auch missbraucht werden, um Sie direkt zu kontaktieren. Weiterhin erhielt der Anbieter eine oder mehrere eindeutige Kennnummern aus dem Testgerät, in diesem Fall die Werbe-ID.

Neben dem Anbieter nimmt die App zu acht Drittanbietern Kontakt auf. Alle relevanten Informationen, die im Test übertragen wurden, sowie die Besitzer aller kontaktierten Internetadressen, sehen Sie in der Tabelle weiter oben.

Weitere Artikel

Spyware & Überwachung 

Das ist die Ermittlungsmethode „Stille SMS“

Mithilfe stiller SMS bringen Behörden das Handy überwachter Personen dazu, den groben Standort zu verraten. Verschiedene Bundes- und Landesbehörden setzen diese Ermittlungsmethode ein. Die verdächtigten Betroffenen erfahren nicht immer davon.

Mehr
Ratgeber 

Unbekannte Quellen: Wann muss man Apps manuell installieren?

Android ermöglicht die „Installation aus unbekannten Quellen“. Darunter fasst das System alles, was nicht der Google Play-Store ist. Welche Vorteile die Funktion hat und wie Sie sie sicher nutzen, erfahren Sie hier.

Mehr
Ratgeber 

Kill Switch: die Aktivierungssperre von Android

Die Aktivierungssperre soll Handys und Tablets für Diebe unbrauchbar machen. Allerdings ist sie nicht auf allen Android-Geräten aktiviert, vor allem nicht auf älteren. Zudem findet sich im Internet reichlich Software, mit der man den Schutz angeblich aushebeln kann.

Mehr
Betrug und Phishing 

So arbeiten Lösegeld-Programme (Ransomware)

Lösegeld-Programme, auch Ransomware genannt, sind bei Mobilgeräten noch relativ neu. Sie sperren oder verschlüsseln das Gerät, so dass es sich nicht mehr bedienen lässt. Für die Entsperrung oder Entschlüsselung wird dann Geld verlangt.

Mehr