Vorbildlich: Warnwetter, die App vom DWD

Die App „Warnwetter“ vom Deutschen Wetterdienst bietet alles, was man zur Wettervorhersage braucht. Das Beste: Werbung ist keine enthalten und Analytics-Module lassen sich vollständig deaktivieren. Fazit: Gute Alternative für ungetrübte Aussichten.

Version
1.6.2
Betriebssystem
Android
App-Store- / Weblinks
Apple App Store (iOS)
Google Play (Android)
Weblink
Veröffentlicht am
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Schlagworte
Analytics · Module · Warnwetter · Wetter
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Auf einen Blick

Was kann Warnwetter?

Anbieter der App ist der Deutsche Wetterdienst, DWD. Der DWD ist eine Bundesbehörde. Ihre Aufgabe besteht unter anderem darin, meteorologische Dienstleistungen, zum Beispiel Wettervorhersagen und Unwetterwarnungen, für die Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Er betreibt mehr als 180 hauptamtliche Wetterstationen in Deutschland und erhält Informationen von weiteren 1.784 nebenamtlichen Wetterstationen, die von ehrenamtlichen Wetterbeobachtern betreut werden. Hauptstandort ist Offenbach.

Seit Juni 2015 bietet der DWD auch eine Wetter-App an. Sie bietet neben der Wettervorhersage auch standortbezogene Push-Benachrichtigungen bei Unwetterwarnungen. Die App bietet nur Wettervorhersagen innerhalb Deutschlands.

Unser Test zusammengefasst

Die DWD-Wetter-App benötigt keine besonderen Berechtigungen. Datenschutz-Optionen werden beim ersten Start transparent abgefragt, zum Beispiel, ob man Google Analytics deaktivieren möchte oder ob der Standort für ortsbezogene Wetterwarnungen verwendet werden darf. Alle übertragenen Daten sind angemessen verschlüsselt.

Ist Google-Analytics deaktiviert, überträgt und speichert die App keine sensiblen Nutzerdaten.

Technische Analyse: Mike Kuketz.

Die wichtigsten übermittelten Informationen

  • Das Betriebssystem (zum Beispiel Android).
  • Eine ID, die beim Start der App generiert wird.
  • Eine Stations-ID. Vermutlich die ID der Station, von der die Wetterdaten übermittelt werden.
  • Optional: App-Name und Version sowie weitere neu generierte Identifikationsnummern.
  • Optional: Anonymsierte IP-Adresse, im Fehlerfall vollständige IP-Adresse, welche Wetterdaten abgerufen wurden und wann.
  • Optional: Ungefährer Standort (35 bis 50 km Umkreis).

Unser Test im Detail

Dieser Test gibt keine Auskunft über abweichende Versionen. Getestet haben wir die Android-Version 1.6.2, die wir aus dem Play-Store heruntergeladen haben.

Auf welche Daten kann die App zugreifen?

Die Warnwetter-App gibt eigene Erklärungen dazu, wozu die verschiedenen Berechtigungen gebraucht werden. Diese haben wir hier mit aufgeführt.

Standort

Speicher/Medien

Sonstige

Wohin verbindet sich die Wetter-App?

Warnwetter.de (Hauptdienst): Folgende Daten überträgt die App:

  • Bei jeder Installation (und Neuinstallation) der App wird eine ID generiert und an Warnwetter.de übertragen.
  • Betriebssystem, zum Beispiel „Android“.
  • Stations-ID: Gibt dem Anbieter Auskunft darüber, welche Wetterstation für die Übermittlung der Wetterdaten zuständig ist.

Google Analytics (Tracking – optional): Beim ersten Start fragt die App, ob sie Nutzungsdaten zur Serviceverbesserung erheben darf. Der verwendete Dienst, Google Analytics, wird namentlich genannt. Man kann den Dienst nachträglich über das Optionsmenü deaktivieren.

Die Datenübertragung an Google Analytics ist zusätzlich verschlüsselt. Daher können wir keine Aussage darüber machen, welche Daten genau übermittelt werden. Laut Datenschutzerklärung werden folgende Daten erfasst:

  • Name der abgerufenen Datei
  • Datum und Uhrzeit des Abrufs
  • Übertragene Datenmenge
  • Meldung, ob der Abruf erfolgreich war
  • Bei erfolgreichem Abruf: anonymisierte IP-Adresse des zugreifenden Hostsystems
  • Bei nicht erfolgreichem Abruf wird die vollständige IP-Adresse gespeichert, zwecks Fehleruntersuchung und Sicherheit

Amazon (Hosting): Die App holt sich Bilder und weitere Dateien von Amazon Cloud-Servern. Dabei überträgt sie keine sensiblen Daten an Amazon.

Google GCM: Die Warnwetter-App nutzt einen Google-Dienst namens GCM (Google Cloud Messaging), um sogenannte Push-Nachrichten zu verteilen. Der Dienst wird nur genutzt, wenn Sie „Standortwarnungen“ und „Favoritenwarnungen“ aktivieren.

Google Cloud Messaging ist zwar nicht zwingend notwendig, um Push-Nachrichten zu versenden, andere Methoden kosten aber entweder mehr Akku oder sie sind nicht zuverlässig.

Fast alle Apps, die Push-Nachrichten anbieten, verwenden GCM. Dabei findet eine Registierung der App für GCM statt, damit Warnmeldungen auf das Gerät gepusht werden können. Unter anderem werden dabei folgende Daten an Google übertragen:

  • Welche App den Dienst nutzt, in dem Fall Warnwetter (de.dwd.warnapp)
  • Eine Sender-ID
  • Eine Geräte-ID
  • App-Version

Alle Übertragungen sind TLS-verschlüsselt. Auf zusätzliche Sicherheit durch Certificate Pinning verzichtet der Anbieter. Allerdings ist dies angesichts der nicht sehr sensiblen Nutzerdaten akzeptabel.

Was sagt die Datenschutzerklärung?

Die Datenschutzerklärung informiert sehr konkret und klar darüber, wie Daten erfasst und verarbeitet werden. Zum Beispiel wird beschrieben, wie die IP-Adressen anonymisiert werden, und wozu die einzelnen App-Berechtigungen benötigt werden. Vorbildlich.

Fazit

Die Wetter-App vom DWD ist vorbildlich, was den Umgang mit Privatsphäre und Nutzerdaten betrifft. Sie gibt Ihnen nicht nur die Wahl, sondern auch alle nötigen Informationen, um diese Wahl zu treffen. Für die Wettervorhersage in Deutschland eindeutig unser Favorit.

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