Messenger-App SIMSme kurz vorgestellt

Logo SIMSme

Der Messenger der Deutschen Post bietet verschiedene Sicherheitsoptionen, unter anderem einen Passwortschutz der App. Durch „Content-Kanäle“, die sich abonnieren lassen, wird aus SIMSme auch ein Lieferant von Inhalten.

Veröffentlicht am
Autor
Schlagworte
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung · Messenger
Drucken

Auf einen Blick

Das ist SIMSme

Der für Android und iOS verfügbare Messenger SIMSme ist seit 2014 auf dem Markt. Anbieterin ist die Deutsche Post AG. Der deutsche Staat ist an der Post AG mit etwa 20 Prozent beteiligt. Laut Firmenangaben kommt die App auf insgesamt 1,5 Millionen Downloads, konkrete Nutzerzahlen veröffentlicht die Deutsche Post nicht.

Die App ist kostenlos. Mit SIMSme Business bietet die Deutsche Post allerdings eine Bezahlversion für Firmenkunden an. SIMSme ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt und hat weitere sicherheitsrelevante Funktionen.

Die App beherrscht verschlüsselte Gruppenchats und kann Audionachrichten verschicken, Telefonie allerdings ist nicht möglich. Laut Anbieter ist eine Telefonie-Funktion mittelfristig vorgesehen. Eine Desktop-Variante des Messengers ist nur für Nutzer von SIMSme Business verfügbar.

In der App können Sie Kanäle mit Inhalten von Medien, aber auch von Unternehmen, abonnieren.

Zugriff auf Daten

SIMSme speichert Nachrichten 90 Tage lang auf den eigenen Datenbanken und löscht sie dann.

Für die Anmeldung bei SIMSme müssen Sie eine aktive Handynummer angeben.

SIMSme bittet bei der Einrichtung um einen Zugriff auf das Telefonbuch und prüft dann, zu welchen Kontakten es bereits SIMSme-Konten gibt. Die Nummern speichert die Deutsche Post nach eigenen Angaben nicht. Den Zugriff auf das Telefonbuch können Sie verweigern. Kontakte können Sie dann manuell eingeben.

SIMSme übermittelt in der Standardeinstellung anonymisierte Nutzungsdaten, etwa die Zahl der verschickten Nachrichten. Das können Sie abstellen über folgenden Navigationspfad Menü > Einstellungen > Hilfe > Datenschutz (bei iOS)/ Datenschutz SIMSme (bei Android). Dann scrollen Sie nach unten und deaktivieren über einen Schieberegler den Punkt „Anonymisierte Nutzungsdaten erheben“.

Optionaler Passwortschutz

Beim ersten Start bittet die App Sie, ein Passwort oder alternativ einen vierstelligen Zahlencode festzulegen. Sie können auswählen, wann die App die Kombination abfragen soll. Außerdem können Sie einstellen, dass die App nach einer definierten Anzahl von fehlerhaften Passworteingaben alle Daten löscht.

Die App speichert das Passwort nicht auf den Servern von SIMSme. Haben Sie es vergessen, ist kein Zugriff auf das Profil und keine Wiederherstellung möglich. Sie müssen SIMSme dann komplett neu installieren. Wenn Sie zuvor ein Backup der App erstellt haben, können Sie jedoch das letzte Backup wiederherstellen, das per SIMSme mit ihrer Telefonnummer verknüpft ist.

Selbstzerstörung und Sicherheitsstufen

SIMSme bietet eine Selbstzerstörungsfunktion. Bei der verschwinden Nachrichten auf Empfängerseite in einem frei wählbaren Intervall von einer Sekunden bis 60 Sekunden. Praktisch: Sie können für eine Nachricht einen konkreten Sendezeitpunkt in der Zukunft festlegen.

In der Android-App können Sie keine Screenshots erstellen. Das kann bestimmte, spezialisierte Spionageattacken auf Smartphones behindern. In der iPhone-App sind Screenshots jedoch möglich, da iOS die Deaktivierung von Screenshots nicht gestattet.

Kontakte stellt die App über ein Ampelsystem dar. Die sicherste der drei „Vertrauensstufen“ wird erreicht, wenn die Gesprächspartner sich persönlich getroffen und dies per Scan eines QR-Codes dokumentiert haben.

Viele „Content-Kanäle“

Über eine „Content-Kanal“-Funktion wird aus dem Messenger auch ein Lieferant von Inhalten. Sie können verschiedene Kanäle abonnieren, zum Beispiel von Medien wie der Süddeutschen Zeitung oder der Tagesschau, aber auch von Unternehmen wie dem Versicherungskonzern ARAG oder dem Reisevermittler Urlaubspiraten.

Die Einbettung solcher Kanäle basiere „bisher auf unentgeltlichen Partnerschaften“, heißt es auf Nachfrage bei der Pressestelle der Deutschen Post. Geld fließe nicht, das Geschäftsmodell von SIMSme basiere ausschließlich auf Einnahmen aus der kostenpflichtigen Version SIMSme Business.

Wenn Sie auf einen Link in einem der Kanäle klicken, öffnet Ihr Standardbrowser den Artikel auf der jeweiligen Webseite. Das bedeutet allerdings, dass die betreffenden Webseiten Sie dann ihrerseits beim Surfen tracken können.

Backup bei SIMSme

Backups lassen sich in den Einstellungen steuern, über den Pfad Einstellungen > Chats > Backup. SIMSme speichert, je nach verwendetem Betriebssystem Backups in den Cloud-Diensten von Google (Google Drive) beziehungsweise iCloud (Apple).

Sie müssen ein Passwort angeben, mit dem die App die Backups verschlüsselt. Sie können manuell ein Backup anstoßen oder regelmäßige automatische Backups festlegen.

Vor- und Nachteile von SIMSme

Positiv:

  • Standardmäßige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Chats und Gruppenchats
  • Auto-Zerstörungs-Timer für Nachrichten
  • Kostenlos
  • Optionaler Schutz der App per Passwort
  • Verschlüsselte Cloud-Backups
  • Nutzung auch ohne Zugriff aufs Adressbuch möglich

Negativ:

  • Keine Telefonie möglich
  • Telefonnummer für Nutzung nötig
  • Nicht quelloffen (Open Source)


Mehr zu Messengern auf mobilsicher.de

Sie haben einen Fehler entdeckt oder vermissen einen Artikel zu einem bestimmten Thema?
Schreiben Sie uns eine E-Mail an hinweis@mobilsicher.de!