News vom 09.02.2017

Wie WhatsApp Metadaten analysiert

Ein Artikel von , veröffentlicht am 09.02.2017

Bei einem IT-Sicherheitskongress präsentierte ein Entwickler von WhatsApp, wie sich mit Metadaten von Kurznachrichten Missbrauch bekämpfen lässt. Und macht damit gleichzeitig deutlich, was Metadaten über Verhalten von Nutzern verraten können.

Aufgrund der hohen Nutzerzahlen wird WhatsApp inzwischen gerne von Spammern genutzt, die unerlaubt Werbung in Massen versenden und damit Nutzer belästigen. Seitdem der Messenger die Nachrichten verschlüsselt, kann WhatsApp ihren Inhalt nicht mehr analysieren, um diesen Missbrauch zu erkennen.

Also verbleiben nur die Metadaten zur Analyse. Unter Metadaten versteht man alle Informationen rund um eine Nachricht, außer deren Inhalt. Zum Beispiel Empfänger, Absender oder Empfangszeitpunkt.

Die Facebook-Tochter hat deshalb Verfahren entwickelt, mit denen es gelungen sei, Spam um rund 75 Prozent zu reduzieren. Das erzählte der Leiter des Antispam Engineering-Teams von WhatsApp, Matt Jones, in einem Vortrag, über den das Online-Magazin Techcrunch berichtete.

Spammer oder Urlauber?

Dazu versuchen die Entwickler, durch Analyse des Verhaltens die Reputation eines Nutzerkontos und damit der Nutzer und Nutzerinnen zu ermitteln.

Wurde das Nutzerkonto erst unlängst angelegt und versendet es viele Nachrichten pro Zeiteinheit, ist es verdächtig. Ebenso, wenn die eingestellte Sprache nicht dem Land entspricht, aus dem überwiegend Mitteilungen versendet werden. Überprüft wird auch, ob der im Telefon eingestellte Ländercode sowohl der Sprache, als auch dem Mobilfunknetz entspricht. Verdächtige Konten werden komplett gesperrt. Das könnte auch mal Urlauber betreffen.

Bestimmte Telefonnummern und IP-Nummernbereiche erhöhen ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, von WhatsApp gesperrt zu werden, wenn aus diesen sehr viel Spam versendet wird.

Verschiedene Konten, die von der gleichen IP-Nummer bedient werden, sind ebenso suspekt, wie eine Welle neuer Kontoanmeldung von derselben IP-Nummer. Dazu müssen sowohl Telefonnummern als auch IP-Nummern verschiedener Nachrichten miteinander und mit weiteren Daten, wie der Länderkennung, in Beziehung gesetzt werden.

Zusätzlich werden die eingesetzten Apps betrachtet. Spammer verwenden laut Jones häufig selbst programmierte Anwendungen, anstatt der Original-App.

Die eingesetzten Verfahren zeigen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Daten, durch die Missbrauch erkennbar wird. Sie zeigen aber auch eindrücklich, wie viel sich alleine aus den Metadaten über Verhalten und Persönlichkeit der Nutzerinnen und Nutzer erkennen lässt.

Mehr über Metadaten erfahren Sie in unserem Artikel Was sind Metadaten?

Insbesondere bei Jugendlichen ist WhatsApp sehr beliebt. Worauf unter anderem Eltern beim Einsatz von Smartphones achten sollten, zeigt unsere neue Broschüre Smartphones souverän nutzen (als PDF 1,3 MB)

Weitere Artikel

Ratgeber 

Apples FaceTime kurz vorgestellt

FaceTime ist Apples Dienst für Video-Anrufe und -Konferenzen. Bis zu 32 Personen können damit abhörsicher kommunizieren. Allerdings ist FaceTime nur auf Apple-Geräten nutzbar.

Mehr
Körper und Gesundheit 

Contact-Tracing in Österreich: „Stopp Corona“-App kurz vorgestellt

Die Corona-Tracing-App auf Bluetooth-Basis ist schon seit April in Österreich im Einsatz. Anbieter ist das Österreichische Rote Kreuz. Eine Untersuchung des Programmcodes brachte etliche Mängel beim Datenschutz ans Licht. Diese sollen spätestens mit einem Update Mitte Juni behoben werden.

Mehr
YouTube-Video 

Eingeschränkte Profile bei Android

Sie teilen Ihr Tablet mit der Famlie, der WG oder den Kollegen im Büro? Dann können Sie eingeschränkte Profile für die Mitnutzer einrichten. Anders als bei den normalen Nutzerkonten kann man hier den Funktionsumfang stark einschränken.

Ansehen
YouTube-Video 

„Luftqualität“ – Wie sauber ist die App des Umweltbundesamts?

Mit der App "Luftqualität" können Sie Schadstoffe in der Luft überprüfen. Die App gibt es für Android und iOS, angeboten wird sie vom Umweltbundesamt. Wie der Service funktioniert und wie die App mit euren Daten umgeht, erfahren Sie im Video.

Ansehen