News vom 07.12.2017

Weihnachten: Augen auf beim Handykauf

Ein Artikel von , veröffentlicht am 01.12.2017, bearbeitet am07.12.2017

Sie wollen dieses Jahr ein Android-Smartphone verschenken? Dann achten Sie darauf, welche Android-Version auf dem neuen Gerät installiert ist. Gerade jetzt verkaufen Händler viele Restbestände mit veralteten – und damit unsicheren Versionen.

Anders als zunächst von Google angedeutet, müssen Smartphones, die ein Update auf Android 8.0 bekommen, das sogeannte "Project Treble" nicht unbedingt unterstützen. Durch Project Treble könnten Updates in Zukunft schneller und länger erfolgen. Smartphones, die zwar ein Update auf Android 8.0 erhalten, aber Project Treble nicht unterstützen und damit auch nicht von schnelleren Updates profitieren, sind laut Androidpit:

  • Google Nexus 6P und 5X
  • Google Pixel C
  • Sony Xperia XZ, XZs und XZ Premium
  • OnePlus 3/3T und 5/5T
  • HTC U11
  • LG V30 und V30+

Achten Sie auf die Android-Version

Sie wollen ein neues Android-Smartphone kaufen? Dann haben Sie viel Auswahl. Anbieter werben mit den unterschiedlichsten Merkmalen: Design, Größe, Speicherplatz, Leistung, Kameraqualität oder ganz simpel mit dem Preis.

Was in den bunten Werbeprospekten und Datenblättern meist nicht steht, sind Einzelheiten zum Betriebssystem. Vielleicht ist dieses Thema einfach nicht sexy. Vielleicht schweigen Hersteller und Anbieter auch ganz gerne darüber. Denn die Details sind oft nicht sehr vorteilhaft: Viele Geräte, die Sie jetzt im Laden kaufen, haben ein veraltetes Betriebssystem. Viele werden auch kein Upgrade auf eine neuere Version erhalten.

So ein Gerät zu kaufen, ist in etwa so, als würde man Lebensmittel kaufen, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist.

Die Version des Betriebssystems ist entscheidend dafür, wie sicher das Gerät ist. Die aktuellste Android-Version ist die Version 8.0 (Oreo). Der Unterschied zwischen Android 7.0 und 8.0 ist grundlegend. Wir empfehlen daher, nicht viel Geld für ein Gerät auszugeben, das noch nicht Android 8.0 hat.

Vor allem wegen dem sogenannten Project Treble erwarten wir uns große Verbesserungen ab Android 8.0. Was es damit auf sich hat, erklären wir im Beitrag Android 8 (Oreo).
Warum es mit den Updates bei Android so große Probleme gibt und warum sie so wichtig sind, erklären wir im Beitrag Wozu Updates.

Aktuelle Geräte: Mangelware

Android 8.0 ist im September diesen Jahres herausgekommen. Dennoch gibt es momentan nur einige Spitzenmodelle mit dem neuen System zu kaufen. In Deutschland verfügbare Smartphones, die mit Android 8.0 ausgeliefert werden und Project Treble unterstützen, sind:

  • Sony Xperia XZ1 und XZ1 Compact
  • Goolge Pixel und Pixel 2
  • Huawei Mate 10 Pro
  • Huawei Honor View 10 (in Deutschland voraussichtlich ab 8.Januar 2018 verfügbar)

Von Samsung gibt es bislang noch keine Vertreter.

Natürlich klingt die Empfehlung, nur Geräte mit Android 8.0 zu kaufen, angesichts der Marktlage absurd. Allerdings ist zu erwarten, dass zumindest einige günstigere Geräte spätestens im Frühjahr auch mit der neuen Version in den Handel kommen.

Wir empfehlen daher: Denken Sie in diesem besonderen Fall über einen Gutschein nach. Vielleicht lässt sich der oder die Beschenkte noch ein wenig vertösten. Legen Sie vorläufig ein Schoko-Handy oder die alte Krücke aus dem Keller unter den Baum und liefern Sie das richtige Geschenk in ein paar Monaten nach.

Patchlevel prüfen

Jedes Jahr erscheint eine neue Android-Version. Aber auch in der Zwischenzeit tauchen Sicherheitslücken und Fehler auf, die repariert werden müssen. Daher gibt es neben den Upgrades auf eine neue Version auch "Zwischendurch-Updates", sogenannte Patches.

Auch auf diese Patches kommt es an: Wenn Sie ein Gerät mit Android 7.0 haben, auf dem aber nie Patches eingespielt wurden, ist es sogar unsicherer, als ein Gerät mit Android 6.0, das bisher regelmäßig Patches erhalten hat.

Ob Ihr Gerät solche Patches erhalten hat, sehen Sie unter "Einstellungen > Über das Telefon > Android-Sicherheitspatch-Ebene. Das Datum, das Sie dort sehen, sagt Ihnen, wann ihr letztes Patch herausgekommen ist. (Das ist nicht unbedingt das gleiche Datum, an dem Sie es bekommen haben.)

Das große Problem beim Neukauf: Welches Patchlevel ein neues Gerät hat, sieht man nur, wenn man im Menü nachsieht. Wer online kauft, ist hier im Nachteil. Wer im Elektronik-Fachgeschäft einkauft, sollte sich den Menüpunkt dort zeigen lassen.

Unsicherer, als die Polizei erlaubt

Die Dreistigkeit, mit der Händler und Hersteller veraltete Geräte gerade jetzt auf den Markt werfen, kennt tatsächlich keine Grenzen. Selbst in großen Fachgeschäften wie Saturn und Mediamarkt sehen wir derzeit Geräte mit der zwei Jahre alten Version Android 6.0, für Preise weit über hundert Euro.

Im Internet werden momentan selbst bei bekannten Versandhändlern wie Otto oder Neckermann Smartphones mit Android 5.0 verkauft. Noch schlimmer: In manchen Online-Shops, etwa bei Saturn oder Rakuten, wird die Android-Version oft gar nicht angezeigt.

Tatsächlich ist gar nicht ausgeschlossen, dass diese Geschäftspraxis rechtliche Grenzen überschreitet. So hat die Verbraucherzentrale NRW dieses Jahr erstmals einen Mediamarkt verklagt, weil er ein veraltetes und somit unsicheres Handy verkaufte.

Mehr zum Thema bei Mobilsicher:

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Stefan Mey ist freier Autor für verschiedene spezialisierte IT-Magazine und für die Technologie-Ressorts IT-ferner Medien. Er interessiert sich für die Auswirkungen von Technologie auf Alltag, Gesellschaft und Politik. Vor allem hält er es für wichtig, die sich überschlagenden Entwicklungen im mobilen Internet fundiert und kritisch zu begleiten. Bis November 2018 hat er das mobilsicher-Team als Redakteur unterstützt.

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