News vom 24.04.2016

Verstößt Google gegen EU-Kartellrecht?

Ein Artikel von , veröffentlicht am 24.04.2016

Die EU-Kommission ist der Auffassung, dass Google mit seinem Betriebssystem Android eine marktbeherrschende Stellung innehat und andere Unternehmen unangemessen benachteiligt. Google kann nun zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

[24.04.2016] Die EU-Kommission hatte das Verfahren gegen Google bereits im April 2015 eingeleitet. Seitdem untersucht sie, ob das Unternehmen mithilfe seines Betriebssystems für Mobilgeräte, Android, Wettbewerber aus der Mobilfunkbranche verdrängt.

Vergangenen Mittwoch kam die Kommission zu einem vorläufigen Ergebnis: Sie ist der Auffassung, dass Verstöße gegen das EU-Kartellrecht vorliegen. Dies teilte sie Google und dem Mutterkonzern Alphabet mit. Als wichtigste Gründe nennt die Kommission, dass Google:

  • von Geräteherstellern verlangt, die Google-Suche und den Browser Google Chrome vorzuinstallieren und die Google-Suche auf ihren Geräten als Standardsuchdienst festzulegen, damit die Hersteller  bestimmte geschützte Google-Apps verwenden dürfen;
  • Hersteller daran zu hindern, Smartphones mit konkurrierenden Betriebssystemen, die sich auf den offenen Android-Quellcode stützen, zu verkaufen;
  • Herstellern und Betreibern von Mobilfunknetzen finanzielle Anreize dafür bietet, dass sie ausschließlich die Google-Suche auf ihren Geräten vorinstallieren.

Google hat nun Gelegenheit, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen. Falls die EU-Wettbewerbshüter ihre Auffassung beibehalten, droht Google ein hohes Bußgeld.

Google hat bereits zu den Vorwürfen Stellung genommen. Die Firma argumentiert, dass niemand gezwungen sei, seine Bedingungen zu akzeptieren, um Android zu nutzen. Es ist allerdings umstritten, wer die Kontrolle über das Betriebssystem hat und bestimmen kann, was im Programmcode steht, und wer Android zu welchen Bedingungen nutzen darf.

In unserem Hintergrundtext Wie viel Google steckt in Android erklären wir, wie die Firma und das Betriebssystem zusammenhängen.

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

Der Start mit iOS 

„Mein iPhone suchen“: So orten Sie Ihr Gerät bei Diebstahl und Verlust

iPhones sind teuer und daher begehrtes Diebesgut. Mit der Funktion „Mein iPhone suchen“ können Sie ein abhanden gekommenes Gerät orten. Zusätzlich verhindert die Funktion, dass Diebe Ihr Gerät neu einrichten können. Wie Sie "Mein iPhone suchen" nutzen, erfahren Sie hier.

Mehr
Soziale Netzwerke 

So sichern Sie Ihr Instagram-Profil ab

Instagram bietet viele Möglichkeiten, die eigenen Informationen, Bilder und Videos vor Missbrauch zu schützen. Die Standardeinstellungen sind aber nicht verbraucherfreundlich. Folgende Punkte sollten Sie daher unbedingt einmal überprüfen.

Mehr
Ratgeber 

Schritt für Schritt: Bluetooth ausschalten

Ein ausgeschaltetes Bluetooth-Gerät kann niemand angreifen oder sich heimlich damit verbinden. Daher sollte die Funktion bei Smartphone oder Tablet nur an sein, wenn sie auch genutzt wird. Doch Vorsicht: Aus ist nicht gleich aus.

Mehr
Ratgeber 

Rooten und Jailbreak – Erlischt die Gewährleistung?

Wer einen PC kauft, der darf dort jedes passende Betriebssystem installieren. Auch bei Smartphones kann man die Systemsoftware verändern – allerdings ist die Rechtslage nicht so eindeutig. Denn die Hersteller sehen „Jailbreak“ und „Rooten“ gar nicht gerne.

Mehr