News vom 18.02.2020

US-Embargo im Iran schränkt App-Stores ein

Ein Artikel von , veröffentlicht am 18.02.2020

Apple hat im Iran seinen App-Store gesperrt, Google und Samsung bieten Medienberichten zufolge nur noch kostenlose Apps an. Der Grund sind die Sanktionen der USA gegen den Iran. Das zeigt: Was unsere Smartphones können, bestimmen nicht wir, sondern Politik und Wirtschaft.

Die wirtschaftlichen Sanktionen der USA gegen den Iran treffen auch den Smartphone-Markt immer härter. Medienberichten zufolge haben die koreanischen Firmen Samsung und LG sich vom iranischen Markt zurückgezogen.

Samsung soll zuletzt einen Anteil von gut 60 Prozent des Smartphone-Marktes im Iran gehalten haben.

Im Fall von Samsung betrifft der Rückzug nicht nur Smartphones, sondern auch Apps aus dem Galaxy-Store. Apps, für die man bezahlen muss, sind im Iran nicht mehr erhältlich. Kostenlose Apps bleiben in Samsungs Store weiterhin verfügbar.

Damit haben iranische Smartphone-Besitzer*innen immer weniger Möglichkeiten, Software auf ihre Geräte zu laden: Apple nahm seinen App-Store 2018 komplett vom iranischen Netz. Schon vorher waren einige Apps iranischer Entwickler*innen aus dem Store geflogen.

Auch aus dem Google Play-Store können Nutzer*innen, die sich im Iran mit dem Internet verbinden, nur noch kostenlose Apps laden. Bezahlangebote sind dort nicht mehr verfügbar, außerdem entfernte Google 2017 iranische Apps aus seinem Store.

Smartphone-Apps brauchen Support

Die Situation im Iran zeigt eindrücklich, was wir uns im Alltag kaum bewusst machen: Es gibt zwar hunderte verschiedene Smartphone-Hersteller und Millionen von Apps in den Stores - doch das ganze Smartphone-Ökosystem hängt existentiell von einigen wenigen Firmen und der Politik in deren Heimatländern ab.

Wenn Apple, Google und Samsung ihre App-Stores schließen und aufhören, ihre mobilen Betriebssysteme zu unterstützen, funktioniert die schöne bunte Smartphone-Welt nur noch sehr eingeschränkt. Das gilt nicht nur für den Iran, sondern auch für jedes andere Land auf der Welt.

Weitere Artikel

Verkehr & Navigation 

Navi-Apps im Check: Google Maps

Google Maps ist die beliebteste Navi-App für das Smartphone, auch bei Apple-Nutzer*innen. Doch wer sie verwendet, verrät Google, wo er oder sie sich befindet – und vieles mehr. Welche Daten sammelt die praktische Landkarte und wie kann man sich davor schützen?

Mehr
Firewalls und VPNs 

Mehr Datenkontrolle durch Firewall-Apps (Android)

Wer sich gegen heimliche Datenübertragungen im Hintergrund wehren will, dem kann eine Firewall helfen. Auf Computern sind solche Programme schon lange sehr beliebt, es gibt sie aber auch für Smartphones. Wie Firewalls auf Android funktionieren, erfahren Sie hier.

Mehr
Ratgeber 

Auch im Urlaub sicher in Kontakt bleiben

Wer im Ausland von außergewöhnlichen Ereignissen überrascht wird, ist schnell von der üblichen Kommunikation abgeschnitten. Diese Erfahrung machten auch Türkei-Reisende, als es infolge des Putschversuchs zu Sperrungen kam. Doch nicht nur dort müssen Reisende mit Einschränkungen rechnen.

Mehr
Ratgeber 

Neues Handy kaufen? Achten Sie auf „Project Treble“

Mit der Android-Version 8 hat Google das sogenannte "Project Treble" eingeführt. Damit sollen Smartphones ihre Updates schneller und länger bekommen. Wir haben aufgelistet, welche Geräte die wichtige neue Funktion mitbringen - und welche nicht.

Mehr