News vom 05.10.2017

Telefonbetrug: Die Ping-Masche

Ein Artikel von , veröffentlicht am 05.10.2017

Die Polizei Sachsen warnt vor Betrugsanrufen, die scheinbar oder tatsächlich aus dem Ausland kommen. Die potenziellen Opfer werden angeklingelt, um sie dazu zu bringen, zurückzurufen. Geschieht das, könnten Kosten von mindestens drei Euro pro Minute entstehen.

Aktuell warnt die Polizei Sachsen auf Facebook vor betrügerischen Anrufen, bei denen die Vorwahl eines afrikanisches Landes angezeigt wird. Hierbei könne es sich um einen automatisiert durchgeführten „Ping“-Betrugsversuch handeln.

Dabei wird jeweils nur so kurz angeklingelt, dass Betroffene möglichst wenig Chancen haben, das Gespräch anzunehmen. Das Kalkül ist, dass diese dann ihrerseits die unbekannte Nummer wählen, weil sie wissen wollen, wer angerufen hat. Die Masche ist nicht neu, tritt aber offenbar derzeit wieder vermehrt auf.

Anruf ignorieren oder Nummer recherchieren

Die Polizei gibt verschiedene Verhaltens-Tipps: Sie empfiehlt, den Anruf zu ignorieren und keinesfalls zurückzurufen. Wenn man unsicher ist, ob es nicht doch ein echter Anruf war, könne man im Internet nach der Nummer suchen. Gehört sie zu einer Betrugskampagne, finde man dann oft Hinweise dazu. Im Fall der Fälle sollte man die Nummer blockieren.

Hat man einen möglicherweise betrügerischen Anrufer zurückgerufen, empfiehlt die Polizei, die Rechnungsstellung abzuwarten, dann gegebenenfalls den Anbieter zu kontaktieren und gegen die Rechnung Widerspruch einzulegen. Wenn es tatsächlich zu einem „Vermögensschaden“ kommt, solle man Anzeige erstatten. Zudem sei es sinnvoll, verdächtige Nummer bei der Bundesnetzagentur zu melden.

Die Betrugsversuche werden in der Regel automatisiert durch Computerprogramme durchgeführt. In größeren Kampagnen rufen diese möglichst viele Nummern an, um dann über die Rückrufe Einnahmen zu generieren. Die Telefonnummern kommen entweder von Adresshändlern oder sie werden per Zufallsprinzip erzeugt und angewählt.

Vorwahl nur bedingt aussagekräftig

Die Polizei Sachsen berichtet über einen Anruf mit einer tunesischen Vorwahl, der in der Behörde einging, in Kommentaren werden aber auch Anrufe mit Vorwahlen aus Tansania, Benin oder Burundi erwähnt.

Allerdings lässt sich aus der angezeigten Vorwahl keine verlässliche Aussage über die Herkunft der Betrüger treffen: „Die Nummer sagt leider nichts über die Herkunft des Anrufers aus. Die Anzeigenummer kann frei programmiert werden“, so die Polizei Sachsen. Die tatsächlichen Täter „müssen rein gar nichts mit der Ländervorwahl zu tun haben.“

Ping-Anrufe sind eine schon länger bekannte Betrugsmasche, die der Bundesgerichtshof in einem Urteil aus dem Jahr 2014 für Betrug im Sinne des Strafgerichtsgesetzbuches erklärt hat.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Video-Dienst BigBlueButton kurz vorgestellt

BigBlueButton ist eine quelloffene Software für Video-Konferenzen, die jede*r für seine Zwecke anpassen kann. Wer direkt ein Meeting starten möchte, kann die Variante "Senfcall" im Browser nutzen. Sie ist datensparsam und kommt aus Deutschland.

Mehr
Ratgeber 

Nach mobilsicher.de-Recherche: Islamische Gebets-Apps bessern nach

Eine Untersuchung von mobilsicher.de zeigte gravierende Mängel beim Umgang mit Nutzerdaten. Sieben Apps haben ihr Verhalten nach der Veröffentlichung deutlich verbessert. Eine App können wir nun empfehlen.

Mehr
Ratgeber 

So arbeiten Lösegeld-Programme (Ransomware)

Lösegeld-Programme, auch Ransomware genannt, sind bei Mobilgeräten noch relativ neu. Sie sperren oder verschlüsseln das Gerät, so dass es sich nicht mehr bedienen lässt. Für die Entsperrung oder Entschlüsselung wird dann Geld verlangt.

Mehr
Ratgeber 

Plaudernde App-Listen: App-Spionage leicht gemacht

Jede Android-App kann sehen, welche anderen Apps auf einem Smartphone installiert sind. Bei iOS ist eine ähnliche Abfrage möglich. Diese Information kann sehr aussagekräftig sein und Privates offenbaren – wie die sexuelle Orientierung, die politische Ausrichtung oder die Religion einer Person.

Mehr