News vom 08.10.2018

Spiele-Apps wegen teurer In-App-Käufe abgemahnt

Ein Artikel von , veröffentlicht am 08.10.2018

Der „Marktwächter Digitale Welt“ der Verbraucherzentralen hat zwei Hersteller von Spiele-Apps abgemahnt. Innerhalb der Spiele „My Talking Angela“ und „Dog Run“ wird der Nutzer durch aufdringliche Pop-up-Werbung zu In-App-Käufen angeregt. Schon ein falsches Tippen auf den Display kann zu einem Geldverlust von bis zu 110 Euro führen.

Daddelnde Kinder am Smartphone sind leicht in die Falle zu locken: Damit das Spiel möglichst schnell weitergeht, werden plötzlich aufpoppende Fenster einfach weggetippt. Dumm nur, wenn dieses Tippen mehr als 100 Euro kostet.

Der „Marktwächter Digitale Welt“ der Verbraucherzentralen hat zwei Anbieter kostenloser Spiele-Apps abgemahnt. Beide Spiele gibt es für Android und iOS. Sie sind freigegeben ohne Altersbeschränkung (USK 0) und richten sich dem Design nach zu urteilen insbesondere an Grundschulkinder.

Die Verbraucherschützer kritisieren die Funktionsweise der Apps, die auf die Unerfahrenheit junger Smartphone-Nutzer abziele.

Bis zu 110 Euro für digitale Diamanten

Ziel des kostenlosen Spiels „My Talking Angela“ ist es, ein digitales Katzenbaby großzuziehen. Um das Spiel zu beschleunigen, ist es möglich, Diamanten und Münzen zu kaufen.

In der App poppen immer wieder Fenster auf, die für Rabatte werben und zum Kauf animieren. Bezahlt wird in Euro. Die Kosten für einen einzelnen Kauf belaufen sich dabei laut Verbraucherzentrale auf bis zu 109,99 Euro.

Wer im App-Store eine Bankverbindung hinterlegt hat, kann so genannte In-App-Käufe mit wenigen Fingertipps tätigen. Im Fall von „My Talking Angela“ kann dies leicht aus Versehen passieren. Anbieter des Spiels ist die Firma „Outfit7 Limited“ mit Hauptsitz in London.

Zwei Anbieter sollen Unterlassungserklärung abgeben

„Hohe Beträge bei In-App-Käufen in Spiele-Apps sind keine Seltenheit. Die Anbieter nutzen die geschäftliche Unerfahrenheit und den Spieltrieb der Kinder offenbar schamlos aus“, warnt Manfred Schwarzenberg, Teamleiter „Marktwächter Digitale Welt“ der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

„Uns werden immer wieder Fälle gemeldet, in denen Kinder schnell mehrere Tausend Euro in Spiele-Apps ausgegeben haben.“

Das rheinland-pfälzische Marktwächter-Team hat deshalb noch einen weiteren Spiele-App-Anbieter abgemahnt: Auch der britische Anbieter „Green Tea Games Limited“ hat teure In-App-Käufe und aufdringliche Werbung in seine App „Dog Run“ integriert. Dabei spielt der Nutzer einen Hundewelpen, der über verschiedene Hindernisse springt und dabei Münzen einsammelt.

Das Marktwächter-Team fordert sowohl den App-Anbieter „Outfit7 Limited“ als auch „Green Tea Games Limited“ auf, die aufdringliche Werbung und teuren In-App-Käufe aus ihren Spielen zu entfernen. Beide Anbieter haben bis zum 17. Oktober 2018 Gelegenheit, die strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben.

App-Store vor ungewollten Käufen sichern

Es gibt eine einfache Möglichkeit, ungewollte Käufe zu verhindern: Setzen Sie ein Passwort vor den Bezahlvorgang im App-Store. Bei Android-Geräten navigieren Sie dafür zu:

Einstellungen > Play-Store > Menü (drei Striche oben links) > Einstellungen > Authentifizierung für Käufe erforderlich

Bei iOS gehen Sie zu:

Einstellungen > Ihr Name > iTunes & App Store > Passworteinstellungen > Häkchen setzen bei "Immer erforderlich"

Mehr Tipps dazu, wie Sie Ihr Gerät für Kinderhände sicher machen, finden Sie in unserem Ratgeber Handy für Kinder einrichten (Android).

Die Autorin

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Inga Pöting

Inga Pöting ist Chefin vom Dienst bei mobilsicher.de. Sie gibt Texten den letzten Schliff, kümmert sich um die Webseite und erklärt Apps und Smartphone-Funktionen vor der Kamera. Davor hat sie im Ruhrgebiet für verschiedene Zeitungen und Magazine geschrieben.

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