News vom 18.02.2017

Puppe verboten

Ein Artikel von , veröffentlicht am 17.02.2017, bearbeitet am18.02.2017

Weil eine Spielzeugpuppe als Abhörgerät missbraucht werden kann, hat sie die Bundesnetzagentur verboten. Die Puppe darf nicht in Betrieb genommen werden, selbst ihr Besitz ist untersagt. Eltern müssen das vermeintliche Spielzeug entsorgen.

Der Fall ist einmalig: Die für Regulierungsfragen im Telekommunikationsbereich verantwortliche Bundesnetzagentur verbietet ein Kinderspielzeug. Während sich die Behörde ansonsten etwa mit der Versteigerung von Funkfrequenzen und dem Breitbandausbau beschäftigt, kümmerte sie sich erstmals um eine Kinderpuppe.

Das Spielzeug solle laut Werbung für die Kinder „wie eine richtige Freundin sein“, bewarb das Unternehmen Vivid seine Puppe Cayla. Sie spricht und kann Fragen beantworten. Dazu besitzt sie ein Mikrofon und Funkmodul.

Beides enthalten Abhörvorrichtungen auch. Werden solche Anlagen als harmlose Gegenstände getarnt, sind sie verboten. Das betrifft sowohl deren Herstellung als auch Einfuhr und Vertrieb.

Die auch für Funkanlagen zuständige Bundesnetzagentur fordert deshalb Eltern dazu auf, die Puppe über eine Abfallwirtschaftsstation zu entsorgen und darüber einen Nachweis vorzulegen. Das dafür benötigte Formular kann von der Webseite der Behörde heruntergeladen werden.

Cayla funkt über eine Bluetooth-Verbindung die aufgenommene Sprache an eine App auf dem Smartphone, welche diese Daten an Server des Herstellers sendet. Dort wird die Spracheingabe analysiert, eine Antwort erzeugt und an die Puppe zurückübertragen.

Der Bundesverband des Spielwareneinzelhandels wählte Cayla 2014 in die „TOP 10 Spielzeuge des Jahres“. Doch bei Verbraucherschützern war Cayla wegen Sicherheitslücken und Datenschutzproblemen schon länger umstritten. Die Untersuchung eines Jurastudenten der Universität des Saarlandes brachte nun das Verbotsverfahren ins Rollen.

Cayla ist nicht das erste Spielzeug dieser Art: Vor einigen Jahren sorgte eine Barbiepuppe mit ähnlichen Fähigkeiten für Kritik von Datenschützern.

Wie Bluetooth funkt, erläutern wir im Artikel „Bluetooth: Praktische Technologie mit Tücken“. Unser Text „So nutzen Sie Bluetooth“ hilft bei der Wahl der richtigen Einstellungen.

Weitere Artikel

Körper und Gesundheit 

Apps auf Rezept?

Es gibt hunderte Apps die versprechen, bei der Diagnose und Therapie von Krankheiten zu helfen. Auch die Krankenkassen haben das bemerkt und erstatten schon die eine oder andere. Aber prüfen die Kassen auch, ob diese Apps sicher sind? Wir haben nachgefragt.

Mehr
Ratgeber 

How Facebook knows which apps you use – and why this matters

Looking for a new partner, perhaps on Tinder? Or on Curvy, for people with curves, or Grindr maybe, the gay dating app? Fighting your smoking addiction with the app “Kwit”, or monitoring your depressive cycles with “Moodpath”? If you do, chances are Facebook knows all about it. And you can’t know that it does.

Mehr
Schadprogramme 

Schadprogramme: Was tun bei Infektionen?

Ihr Android-Gerät ist plötzlich extrem langsam, überträgt ungewöhnlich viele Daten, es erscheinen seltsame Warnungen, oder es spielt anderweitig verrückt? Dann könnte es sein, dass Sie sich ein Schadprogramm eingefangen haben. Diese Tipps können Ihnen dann helfen.

Mehr
Ratgeber 

App-Module: Wie Apps Sie verfolgen

In vielen Apps stecken Software-Bausteine von Analysediensten oder Werbefirmen. Für Entwickler*innen sind sie praktisch, für Nutzer*innen oft ein Ärgernis. Denn viele solcher Module sammeln fleißig Daten und schicken sie an Dritte.

Mehr