News vom 01.10.2019

Pechsträhne bei Apple

Ein Artikel von , veröffentlicht am 01.10.2019

Keine schöne Woche für Apple: Zuerst geht der Start von iOS 13 letzte Woche in einer ganzen Flut von Fehlern und Sicherheitsproblemen unter. Kaum ist das behoben, wird „Checkm8“ bekannt, die Sicherheitslücke aus der Hölle: Sie betrifft iPhones von 4S bis X und lässt sich nicht beheben. Die wichtigsten Fakten:

Am 19. September kam die neueste Version von iOS heraus – iOS 13. Alle Geräte ab iPhone 6S bekommen das Upgrade. Die Modelle iPhone 5S, 6 und 6 Plus bekommen das neueste Betriebssystem nicht mehr.

Die erste Version von iOS 13 kam allerdings mit einer ganzen Menge Fehlern daher: Nutzer*innen berichteten von Abstürzen der Kamera, Hängern bei der Tastatur-App, entleerten Akkus und Problemen mit Exchange-E-Mail-Konten. Außerdem war es mit einem Trick möglich, bei gesperrtem Telefon auf das Adressbuch zuzugreifen.

Verpatzter Start von iOS 13

Apple musste daher noch in der ersten Woche zwei Updates hinterher schieben. Mit iOS 13.1.1, veröffentlicht am 28.09. 2019, sollten die größten Probleme aber behoben sein. Unsere Empfehlung: So schnell wie möglich auf 13.1.1 aktualisieren.

Mit iOS 13.1.1 können sich Nutzer*innen auch wieder über etliche Verbesserungen in Sachen Sicherheit und Datenschutz freuen. Die wichtigsten:

  • Verbesserte Funktion um verlorene Geräte zu Orten – sogar ohne WLAN und Mobilfunknetz
  • Datenschutzfreundliche Möglichkeit, sich bei anderen Diensten mit der Apple-ID anzumelden
  • Standortdaten und Bluetooth werden besser vor dem Zugriff durch Apps geschützt
  • Besserer Schutz vor vergessenen Abos
Trotz aller Startschwierigkeiten: Mit iOS 13 können Sie sich über viele Verbesserungen freuen. In unserem Beitrag iOS 13: Die wichtigsten Neuerungen im Überblick stellen wir sie vor.

Sicherheitslücke „checkm8“: Vermutlich irreparabel

Die schlechte Nachricht: Der Ruf des iPhones als sicherstes Smartphone auf dem Markt hat diese Woche noch einen tiefen Kratzer bekommen: Ein Hacker und Sicherheitsforscher mit dem Pseudonym axi0mx veröffentlichte am Freitag Informationen über eine Sicherheitslücke bei iPhones und eine Methode, wie diese ausgenutzt werden kann (Exploit). Das US-Technikmagazin Ars Technica berichtete ausführlich dazu.

Nach Angaben des Entdeckers sind iPhones bis einschließlich iPhone X betroffen, iPhone-Modelle XS und neuer seien geschützt. Die Sicherheitslücke ermögliche unter anderem einen Eingriff, den man Jailbreak nennt – dabei werden grundlegende Sicherheitsmechanismen des Betriebssystems außer Kraft gesetzt.

Offenbar liegt das Problem in einem Bereich des Codes, der nicht per Update verändert werden kann. Wenn das stimmt, gäbe es keine Möglichkeit, die Sicherheitslücke zu stopfen. Der Name "checkm8" spielt daher auch auf das Wort „checkmate“ an - der englische Begriff für „Schachmatt“.

Um die Lücke auszunutzen, muss man das Gerät allerdings in der Hand haben. Ein Angriff aus der Ferne ist offenbar nicht möglich. Apple hat sich zu der Veröffentlichung bislang noch nicht geäußert.

Was ein Jailbreak eigentlich ist, erklären wir im Beitrag Was ist Rooten und Jailbreak?

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Wir suchen Verstärkung

Schon lange keinen neuen Beiträge mehr auf mobilsicher.de gesehen? Kein Wunder - unser Team hat Winterpause gemacht. Ab Mai geht es bei uns mit neuen Inhalten weiter. Dafür suchen wir noch Verstärkung:

Mehr
Soziale Netzwerke 

Facebooks unsichtbare Datensammlung

Rund 30 Prozent aller Apps im Play-Store nehmen Kontakt zu Facebook auf, sobald man sie startet. So erfährt der Konzern, welche Apps ein Nutzer verwendet und wann. Das gilt auch für Apps, die in direktem Bezug zu Religion, Gesundheit, sexueller Orientierung und politischer Einstellung stehen. Für Nutzer ist die Verbindung zu Facebook nicht zu erkennen.

Mehr
Browser und Suchmaschinen 

Safari-Alternative: Firefox-Browser für iOS

Den beliebten Browser „Firefox“ gibt es nicht nur für Windows und Android, sondern auch für iPhones und iPads. Inzwischen hat er sich zu einem vollwertigen Browser mit Tracking-Schutz gemausert. Hier erklären wir, was der Browser kann - und wo es noch hapert.

Mehr
Ratgeber 

Surfen mit Tor (Android)

Das Anonymisierungs-Netzwerk Tor kann dabei helfen, einen Teil der Spuren, die man beim Surfen im Netz hinterlässt, zu verschleiern. Welche Android-Software man für Tor braucht und wie man sie benutzt, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Mehr