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Mobilsicher auf der re:publica (Tag 2 und 3)

Diese Themen haben wir an Tag zwei und drei für Sie mitgebracht: Wie das Smartphone zum Fluchthelfer wird, warum Werbeblocker auch ein Schutz vor Schadprogrammen sind, wie Algorithmen unser Leben steuern – und was das mit Make-up zu tun hat.

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Adblock · Algorithmen · Firefox · Geflüchtete · re:publica · Werbeblocker
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[05.05.2016] Die Geflüchteten, die aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern nach Deutschland kommen, haben eine gefährliche und lange Reise hinter sich. Information ist auf dieser Reise lebenswichtig.

„Oft wichtiger, als die Versorgung mit Essen“, sagt Noor Nazrabi, Mitarbeiter am Institut für Medienforschung der Universität Siegen und Leiter des Afghanistikverlags, in seinem Vortrag.

Das Smartphone als Fluchthelfer

Über hundert geflüchtete aus Afghanistan hat er für sein Forschungsprojekt „Refugees media“ zu ihrer Handynutzung auf der Reise befragt. Auf Smartphones, so fand er heraus, bringen Flüchtlinge nicht nur Erinnerungen und wichtige Dokumente mit; sie sind auch die mobile Bank.

Denn sie enthalten die Kontakte zu den Vertrauensleuten in der Heimat, die bei Bedarf die nötigen Geldtransfers vornehmen. „Die gesamte Finanzierung der Reise funktioniert über solche Vertrauensleute. Bargeld wird nur wenig mitgeführt“, sagt er.

Für uns bei mobilsicher.de ein Grund mehr zu sagen: Ein Gerät, das so eine fundamentale Rolle spielen kann, sollte man durch und durch beherrschen. Die gute Nachricht: Das ist kein Hexenwerk. Was man dazu braucht, ist nur die richtige Information. Wo man die bekommt? Wir arbeiten dran.

Online-Werbung: Fluch oder Segen?

Der ein oder andere hat den Begriff vielleicht schon mal gehört: „Ad-wars“, zu Deutsch, Werbe-Krieg. Es geht um Werbeanzeigen auf Webseiten und in Apps – und die Werbeblocker, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen und dafür sorgen, dass wir all die bunten Banner nicht mehr sehen.

Werbeblocker machen das Surfen aber nicht nur angenehmer, sondern auch sicherer. Warum das so ist, erklärten Frank Rieger und Thorsten Schröder vom Chaos Computer Club (CCC). Die Kurzfassung: Die Dateien mit der Online-Werbung werden über Werbenetzwerke verteilt. Und die interessieren sich nicht dafür, ob in den Dateien Schadprogramme oder Links zu verseuchten Servern stecken. Den Vortrag in voller Länge gibt es jetzt schon auf der re:publica-Seite.

Weil Werbenetzwerke nicht nur sicherheitsrelevant sind, sondern auch eine große Rolle beim Datensammeln im Internet spielen, werden wir Ihnen bei mobilsicher.de demnächst einen eigenen Text widmen.

Schminken gegen Algorithmen

Wer dieses Jahr auf der re:publica war, konnte dem Thema gar nicht entkommen: Algorithmen und was sie mit uns machen. Ob bei der Suchmaschine, im selbstfahrenden Auto oder bei der maschinellen Gesichtserkennung: Algorithmen sind auf dem Vormarsch.

Gerade die selbstlernenden Algorithmen sind so komplex geworden, dass Menschen ihre Ergebnisse nicht mehr nachvollziehen können, erklärt Andreas Dewes, Physiker und CTO bei dem Startup Quantified Code.

Zeit also, diese Algorithmen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, finden die Gründer von „Algorithm Watch“, und laden Nutzer und Interessierte auf ihrer frisch gestarteten Plattform ein, die Sache in die Hand zu nehmen. [Offenlegung: Einer der Mitgründer, Matthias Spielkamp, ist Projektleiter bei mobilsicher.de]

Besonders übergriffig sind solche Algorithmen, die Gesichter erkennen – auf Fotos, die in sozialen Netzwerken gepostet werden, aber auch in Aufzeichnungen von Überwachungskameras, denen wir gar nicht mehr ausweichen können. „Das Gesicht kann man im Alltag kaum verbergen“, sagt der Berliner Künstler und Forscher Adam Harvey in seinem eindrucksvollen Vortrag auf der re:publica.

Programme zur Gesichtserkennung gibt es kostenlos im Netz, und schon jetzt werden sie missbraucht, um zum Beispiel Pornodarstellerinnen zu identifizieren und in ihrem Sozialen Netzwerk anzuschwärzen.

Harey hat in dem Projekt „dazzle“ Outfits entworfen, die der Computeralgorithmus nicht als Gesicht erkennen kann. Das Wort „Camouflage“ bekommt dadurch eine ganz neue Bedeutung. Wie die neuen, nicht maschinenlesbaren Make-ups aussehen, und wie Sie selber eines kreieren können, erfahren Sie auf Adam Harveys Webseite.

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