News vom 23.04.2020

iPhones können über Apple Mail gehackt werden

Ein Artikel von , veröffentlicht am 23.04.2020

In Apple Mail klafft eine Sicherheitslücke, über die Schad-Software auf iPhones gespielt werden kann. iOS-Nutzer*innen sollten die Mail-App daher bis zum nächsten Update des Betriebssystems nicht mehr nutzen.

Besitzer*innen von iPhones sollten die vorinstallierte Mail-App von Apple bis zum nächsten Update des iOS-Betriebssystems nicht mehr nutzen. Momentan ist es Angreifer*innen möglich, über eine Sicherheitslücke E-Mails einzuschleusen, die Schadcode auf das iPhone laden. Betroffen sind Geräte bis zur iOS-Version 13.4.1.

Wenn Sie iOS 13.x nutzen, müssen Sie die E-Mail nicht einmal öffnen - noch dazu können die Angreifer*innen sie unbemerkt wieder löschen. Wer iOS 12.x nutzt, muss die Mail anklicken, damit Schaden entsteht. Mac-Computer sind nicht betroffen.

Um sich zu schützen, sollten Sie Apple Mail vorübergehend von ihrem Gerät löschen oder die Synchronisation mit ihrem Mail-Postfach stoppen.

Opfer offenbar gezielt ausgewählt

Angreifer*innen nutzen die Sicherheitslücke mindestens seit dem vergangenen Jahr aus, wie die kalifornische Sicherheitsfirma ZecOps offenlegt. Opfer werden offenbar gezielt ausgewählt: Darunter sollen bisher ein europäischer Journalist, eine "VIP aus Deutschland" und ein großes Unternehmen aus den USA sein.

ZecOps hat die Sicherheitslücke zufällig entdeckt, nachdem verdächtige Abstürze der Mail-App gemeldet worden waren. Apple ist über das Problem informiert und hat bereits einen Patch entwickelt, der aber erst mit dem nächsten Update des Betriebssystems ausgespielt wird. ZecOps hat sich daher entschieden, schon jetzt an die Öffentlichkeit zu gehen und Nutzer*innen zu warnen.

Mail-Apps gibt es viele - darunter viele schwarze Schafe. Von welchen Android-Apps Sie besser die Finger lassen, erfahren Sie im Video: E-Mails auf dem Handy: Diese Apps sind sicher (Android).

Das US-Magazin VICE kritisiert in diesem Zusammenhang die Entscheidung der Firma Apple, ihre Software grundsätzlich nicht von externen Expert*innen überprüfen zu lassen. Kritische Sicherheitslücken könnten dann schneller entdeckt und geschlossen werden.

Was Sie über Mail-Apps wissen sollten erfahren Sie hier. Die Mail-App von Apple konnten wir in unserer Testreihe leider nicht überprüfen - dazu ist die Software zu stark abgeriegelt.

Die Autorin

E-Mail

i.poeting@mobilsicher.de

PGP-Key

0x98926A6965C84F21

Fingerprint

7F5D B2F7 C59F 0547 D730 7DD7 9892 6A69 65C8 4F21

Inga Pöting

Inga Pöting ist Chefin vom Dienst bei mobilsicher.de. Sie gibt Texten den letzten Schliff, kümmert sich um die Webseite und erklärt Apps und Smartphone-Funktionen vor der Kamera. Davor hat sie im Ruhrgebiet für verschiedene Zeitungen und Magazine geschrieben.

Weitere Artikel

YouTube-Video 

Wetter-App Warnwetter kurz vorgestellt

Viele Wetter-Apps sammeln fleißig Daten und geben sie weiter, die App Warnwetter dagegen tut einfach nur ihren Dienst. Die App gibt's für Android und iOS, Anbieter ist der Deutsche Wetterdienst. Mehr Infos im Video.

Ansehen
YouTube-Video 

Das sind die besten 30 Apps aus dem F-Droid-Store (Android)

F-Droid ist eine Alternative zum Google Play-Store, die voll auf Datenschutz setzt. Apps dürfen nur in den Store, wenn sie quelloffen, kostenlos und werbefrei sind. Gemeinsam mit unserer Community haben wir die besten 30 Apps aus F-Droid ausgesucht.

Ansehen
App-Test 

App-Test: Firefox-Browser

Firefox ist ein Webbrowser von Mozilla, der für die meisten Betriebssysteme angeboten wird – auch für Android. Unser Test zeigt: Mozilla lässt den Nutzern viele Wahlmöglichkeiten und versucht, Privatsphäre und Service zu vereinen.

Mehr
YouTube-Video 

Handy für Kinder beschränken – so geht’s! mobil & safe

Ein Smartphone kann ganz schön viel - manchmal vielleicht zu viel. Vor allem, wenn man das Gerät einem Kind in die Hand geben will. Wir empfehlen die Kindersicherungs-Apps TimeLimit für Android und Bildschirmzeit für iPhones.

Ansehen