Das neue Betriebssystem iOS 12 wird ab nächster Woche, am 17. September, an die bisherigen iPhone-Nutzer ausgespielt. Nutzer bekommen eine Benachrichtigung auf ihrem iPhone angezeigt, wenn es für sie bereitsteht. Erfahrungsgemäß dauert es einige Tage, bis alle benachrichtigt werden. Damit will Apple Download-Engpässe vermeiden. Wer es nicht abwarten kann, kann über
Einstellungen > Allgemein > Softwareupdate
das Update auch manuell anfordern.
Trackingschutz in Safari weiter ausgebaut
Neuerungen betreffen laut Apple vor allem die Stabilität und die Schnelligkeit. Aber auch für Sicherheit und Datenschutz hat Apple einiges getan. So hat der Webbrowser Safari neue Funktionen, die Tracking verhindern.
Nutzer werden jetzt explizit gefragt, wenn Cookies von Drittanbietern gespeichert werden sollen. Das gilt vor allem für Schaltflächen zum Teilen und Kommentieren von Inhalten. Zudem verhindert der Browser, dass Webseiten Nutzer über sogenanntes Browser-Fingerprinting identifizieren können.
Damit entwickelt Apple den sogenannten intelligenten Tracking-Schutz weiter, der schon bei iOS 11 eingeführt wurde.
Passwortverwaltung verbessert
Über die iCloud können Apple-Nutzer auch bisher schon ihre Passwörter zwischen ihren Apple-Geräten synchronisieren. Seit iOS 11 geht das nicht nur Login-Daten von Webseiten, sondern auch für Apps. Ab iOS 12 gibt die Passwortverwaltung eine Warnung heraus, wenn man für verschiedene Dienste das gleiche Passwort benutzt.
Außerdem sollen die Vorschläge für Passwörter besser werden.
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für Online-Dienste ist für die Sicherheit großartig. Dabei müssen Nutzerinnen und Nutzer einen zusätzlichen Code eingeben, der ihnen per SMS oder über ein spezielles Programm geschickt wird, damit sie sich einloggen können. Ab iOS 12 erkennt das Betriebssystem, wenn über SMS ein 2FA-Code ankommt und füllt ihn automatisch ein.
Damit soll den Nutzern der zusätzliche Schritt leichter gemacht werden, damit die Akzeptanz für die 2FA steigt.
Noch mehr Face-ID
Alle neuen iPhones, die bei Apples Keynote-Event vorgestellt wurden - das iPhone Xs, das iPhone Xs Max und das iPhone Xr, haben keinen Homebutton mehr. Sie setzen wie das iPhone X, das im vergangenen Jahr vorgestellt wurde, auf die Face ID. Dabei werden biometrische Daten des Gesichts für die Entsperrung genutzt.
Sicherer ist ein ausreichend komplizierter Code, aber auch unbequemer.
Schutz vor Auslesen und übermäßigem Gebrauch
Schon bei iOS 11.4.1 hat Apple eine Sicherheitslücke verkleinert, die es erlaubte, über den USB-Modus ein iOS-Gerät auszulesen (wir berichteten). Vor allem in den USA nutzen Strafverfolgungsbehörden diese Methode, um gesperrte iPhones über den Lightning-Anschluss auszulesen.
Update 19. September: Das Technikmagazin Heise schrieb im Juli, dass diese Methode ab iOS 12 diese Methode ganz unterbunden werden soll. Das ist aber nicht geschehen: Bei der am 17. September veröffentlichten Version von iOS 12 hat sich nichts verändert. Wie bei iOS 11.4.1 werden USB-Verbindungen erst gesperrt, wenn das iPhone vor mehr als einer Stunde entsperrt wurde. Will man neues USB-Zubehör verbinden, muss man dann seinen Passcode eingeben.
Mit der neuen Einstellung „Bildschirmzeit“ können Eltern nun mit Boardmitteln kontrollieren, wie lange zum Beispiel das eigene Kind das Gerät nutzt. Das gilt natürlich auch für einen selbst – auch bei Erwachsenen sollte die Smartphone-Nutzung nicht überhand nehmen.
Diese Geräte bekommen iOS 12
iOS 12 kann man auf allen Geräten installieren, die auch iOS 11 unterstützen:
- iPhone XS / iPhone XS Max
- iPhone XR
- iPhone X
- iPhone 8 / iPhone 8 Plus
- iPhone 7 / iPhone 7 Plus
- iPhone 6, 6 Plus, 6s, 6s Plus
- iPhone SE
- iPhone 5s
- iPad Pro (21,9" 12,9" 10,5" 9,7")
- iPad (5. Generation oder neuer)
- iPad Air und Air 2
- iPad mini 4, 3, 2
- iPod touch (6. Generation)