News vom 14.04.2017

iOS 10.3 behebt viele Sicherheitsprobleme

Ein Artikel von , veröffentlicht am 14.04.2017

Mit zwei Updates hat Apple Sicherheitslücken bei iPhones und iPads geschlossen, die von Angreifern gern genutzt wurden. Beliebte Angriffsszenarien sollen damit der Vergangenheit angehören. Die Updates sind jedoch nicht auf allen Geräten ganz einfach zu installieren.

Insgesamt siebzig Sicherheitslücken hat Apple mit dem Ende März freigegebenen Update auf iOS 10.3 geschlossen. Viele davon wurden von Kriminellen intensiv genutzt. Dazu zählt zum Beispiel Erpressung durch ein vermeintliches Sperren des Browsers Safari (mobilsicher.de berichtete darüber). Oder die Fehler in der Nachrichten-App iMessage, durch die das iPhone abstürzen konnte (darüber berichteten wir hier und hier).

Mit dem Update wurden weitere kritische Schwachstellen behoben, darunter einige, durch die Schadcode auf die Geräte geschleust werden konnte oder durch die Apps heimlich Root-Rechte erlangen konnten. Mit diesen Rechten kann eine App die Sicherheitsvorkehrungen von Apple umgehen.

Aber auch weniger bekannte gravierende Probleme wurden beseitigt. Apple hat eine Liste mit Beschreibungen der behobenen Fehler veröffentlicht. Interessanterweise geht daraus auch hervor, dass die meisten Fehler und Schwachstellen ausgerechnet von Googles Sicherheitsforschern gefunden wurden.

Vor ein paar Tagen musste Apple dann noch mal nachlegen: Das Unternehmen lieferte das Update iOS 10.3.1 aus, weil noch ein gefahrvolles Sicherheitsloch bei WLAN-Verbindungen existierte. Durch einen Fehler im Chipsatz konnten Angreifer auf dem iPhone über die drahtlose Netzwerkverbindung Schadcode einschleusen und ausführen.

Mit der Installation der Updates unterlief Apple jedoch ein Malheur: In vielen Fällen aktivierte der US-Konzern im Hintergrund von Anwendern abgeschaltete iCloud-Dienste, wie etwa das Backup. Nutzerinnen und Nutzer sollten daher im Anschluss an die Aktualisierung unbedingt ihre iCloud-Konfiguration überprüfen.

Die aktuelle iOS-Version setzt mindestens ein iPhone 5 oder iPad 4 voraus. Doch selbst auf diesen Geräten laufen nicht alle Updates rund: Beim iPhone 5 und 5c sowie auf dem iPad 4 wird die Aktualisierung auf iOS 10.3 nicht unbedingt automatisch vorgenommen, weil es sich dabei noch um Geräte mit einem 32-Bit-Prozessor handelt.

Von diesen Geräten wird gar nicht erst angezeigt, dass es überhaupt ein Software-Update gibt. Betroffenen bleibt daher nur, über ein anderes Gerät, etwa PC oder Mac, iTunes zu starten und das Update darüber zu installieren.

Beim Update zu iOS 10.3.1 tritt das Problem nicht auf: Diese Version wird auch von iPhone 5, 5C und iPad 4 erkannt und automatisch installiert.

Unser Hintergrundartikel „Wieso Updates?“ erklärt die Funktion von Software-Aktualisierungen.

Machen Sie vor einem Update möglichst immer ein Backup, insbesondere, wenn Sie es über iTunes installieren. Der Artikel „Daten-Backup leicht gemacht“ zeigt Ihnen, wie das geht.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Kinder-App Tocomail kurz vorgestellt

Tocomail ist eine kostenpflichtige E-Mail-App mit zugehörigem E-Mail-Dienst speziell für Kinder. Die Entwickler*innen werben mit besonderen Kontrollfunktionen und einer kinderfreundlichen Oberfläche. Hält die App, was sie verspricht? Und wie steht es mit dem Datenschutz?

Mehr
Ratgeber 

Sicherer Transport: Das kann TLS-Verschlüsselung

Viele Apps tauschen Informationen mit Anbietern im Internet aus. Dritte sollen diese Kommunikation nicht belauschen können. Seriöse Apps setzen deshalb auf Transportverschlüsselung.

Mehr
Ratgeber 

Interaktions-App Padlet im Test

Mit Padlet können Lehrer*innen für ihre Klassen digitale Pinnwände erstellen und sie zur gemeinsamen Bearbeitung teilen. Die App bindet mehrere Drittanbieter ein, mindestens einer davon erhielt in unserem Test Daten, die Nutzer*innen identifizieren können.

Mehr
Google 

Geheime Kommandozentrale: Google Play-Dienste

Die App Google Play-Dienste ist das Herzstück des Android-Betriebssystems von Google. Ohne sie läuft nichts, dabei fordert sie weitreichenden Zugriff aufs Smartphone. Was das für Ihre Daten bedeutet, erfahren Sie hier.

Mehr