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Immer wieder Facebook

Lauschende Apps, getrackte Internet-Nutzer und Algorithmen, die jedes Wort verstehen: Facebook hat diese Woche viele Schlagzeilen produziert. Wenige sind positiv. Grund zur Aufregung? Wir werfen einen Blick auf die „Facebook-Woche“.

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Gleich dreimal schaffte es das Unternehmen aus Kalifornien diese Woche mit Angriffen auf die Privatsphäre der Nutzer in die Nachrichten.

Zuerst die Facebook-App. Sie ist erneut wegen ihrer Mithör-Aktivitäten in der Kritik. Kelly Burns, Professorin für Kommunikationswissenschaften an der University of South Florida, hat das Thema vergangene Woche erneut aufgebracht.

Die Wissenschaftlerin vermutet, dass die App Gespräche mithört und auswertet, um daraufhin Werbung zu schalten. Dass die App in den USA auf das Mikrofon des Nutzergerätes zugreift, um Musik und Fernseh-Sendungen zu erkennen, die im Hintergrund laufen, ist bereits seit 2014 bekannt.

Die Funktion ist nur in den USA verfügbar, und es ist möglich, sie zu deaktivieren. Nutzerberichte, die unter anderem auf Reddit veröffentlicht wurden, deuten allerdings daraufhin, dass die App auch bestimmte Schlüsselwörter aus Gesprächen erkennt und auswertet.Facebook dementiert hingegen, dass Gespräche aufgezeichnet und für Werbezwecke verwendet werden.

Zielgenaue Werbung auch für Nicht-Mitglieder

Auch in Sachen Tracking gab es diese Woche wieder Wirbel um das Soziale Netzwerk. Seit längerem ist bekannt, dass Facebook das Surfverhalten auch solcher Internet-Nutzer verfolgt, die keinen Facebook-Account haben.

Dies geschieht über sogenannte Cookies. Facebook setzt nicht nur Cookies bei Nutzern, wenn Sie auf die Seiten von Facebook surfen. Auch wer eine ganz andere Seite aufruft, auf der sich ein Facbook-Like-Button oder eine Facebook-Werbebanner befindet, kann sich ein Facebook-Cookie einfangen.

Hinweis: Die Funktion „Auf Facebook-Teilen“ auf unserer Seite setzt erst einen Facebook-Cookie, wenn Sie darauf klicken.

Bislang nutzte Facebook diese gesammelten Daten von „nicht-Facebook-Nutzern“ nach eigenen Angaben nicht. Jetzt kündigte Facebooks Werbechef Andrew Bosworth an, mit Hilfe dieser Daten auch zielgenaue Werbung für Nicht-Nutzer zu schalten.

Facebook hat angekündigt, dass auch Nicht-Facebook-Nutzer die Möglichkeit bekommen sollen, sich gegen dieses gezielte Marketing zu entscheiden.

„DeepText“ versteht, was wir schreiben

Schließlich stellte Facebook seinen Algorithmus „DeepText“ vor. Der Algorithmus sei in der Lage, Texte, die Nutzer auf Facebook veröffentlichen, fast genauso gut wie Menschen zu verstehen. Damit will Facebook noch gezieltere Vorschläge für Nutzer machen.

Der Algorithmus ist bereits im Einsatz und analysiert Nachrichten, die über den Facebook Messenger gesendet werden. Er soll zwanzig Sprachen verstehen. In Zukunft soll er Postings auswerten und relevantere Inhalte besser sichtbar machen.

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