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Dragonfly: Kritik an geplanter Google-App für China

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Google plant eine angepasste Version seiner Suchmaschine für den chinesischen Markt, Arbeitsname: Dragonfly. Pikant: Laut Medienberichten sieht die Android-App von Dragonfly eine Zensurliste vor sowie eine Datenbank, die Suchanfragen mit Telefonnummern verknüpft.

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Google · Überwachung
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Google arbeitet an einer chinesischen Android-Version der Google-Such-App, die Zensur- und Überwachungsfunktionen vorsieht. Über die Pläne der App mit dem Arbeitsnamen „Dragonfly“ hat das US-amerikanische Onlinemagazin „The Intercept“ mit Verweis auf namentlich nicht genannte Insider des Projekts berichtet.

Demnach soll die App jede getätigte Suchanfrage zusammen mit der Telefonnummer des genutzten Geräts speichern. Wenn chinesische Sicherheitsbehörden von Google Auskunft zu Nutzern verlangen, die von der Regierung missbilligte Anfragen machen, wären Nutzer leicht zu identifizieren.

Der Plan für „Dragonfly“ (auf deutsch: Libelle) sehe auch eine Zensurliste mit verbotenen Suchanfragen vor. Auf der Liste ständen beispielsweise die Begriffe „Menschenrechte“ und „Studierendenproteste“.

Kapitulation in puncto Menschenrechte

Ende August hatte sich eine Gruppe verschiedener Organisationen, darunter Amnesty International, Human Rights Watch und die Schriftstellervereinigung PEN International, in einem offenen Protestbrief an Google gewandt und gegen die Pläne für eine chinesische Google-Version mit Zensur- und Überwachungsfunktionen protestiert:

„Das Projekt mit dem Codenamen „Dragonfly“ würde eine alarmierende Kapitulation von Google in puncto Menschenrechte bedeuten. Die chinesische Regierung verletzt in hohem Maße die Meinungsfreiheit und das Recht auf Privatsphäre. Wenn Google sich der Unterdrückung von Meinungsvielfalt durch chinesische Behörden beugt, würde das Unternehmen sich aktiv an dieser Verletzung von Rechten beteiligen, die Millionen chinesischer Internetnutzer trifft.“

Google wird Dragonfly nicht komplett in Eigenregie anbieten, sondern als Gemeinschaftsprojekt, zusammen mit einem chinesischen Unternehmen.

Abstriche bei Nutzerrechten

In der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte, wie große westliche IT-Unternehmen dem Druck autoritärer Regierungen nachgeben und Abstriche bei Nutzerrechten machen.

So hat Apple Mitte letzten Jahres auf Druck der Regierung einige VPN-Apps aus dem chinesischen App-Store verbannt, mit denen Nutzer Internetzensur umgehen können. Im April 2018 wurde bekannt, dass Amazon und Google die Nutzung der Technologie „Domain Fronting“ behindern, mit der die Messenger Telegram und Signal Regierungszensur in Russland und anderen Ländern aushebeln.


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