News vom 29.09.2016

WhatsApp: Facebook legt Widerspruch gegen Datenschützer ein

Ein Artikel von , veröffentlicht am 29.09.2016

Der Streit um die Weitergabe persönlicher Daten von WhatsApp-Nutzern an Facebook erreicht einen neuen Höhepunkt: Hamburgs Datenschutzbeauftragter zeigt Facebook die Rote Karte. Der Internet-Riese legte umgehend Widerspruch ein. Nun sind die Gerichte gefragt.

Ende August kündigte der US-Konzern an, Daten der WhatsApp-Kunden und -Kundinnen mit Daten der Facebook-Nutzer und -Nutzerinnen zu verschmelzen. Das führte zu einer Protestwelle.

Zunächst schickte der Bundesverband der Verbraucherzentralen, vzbv, eine Abmahnung an den Social-Media-Giganten. Dann verlangte die Brüsseler EU-Kommission von Facebook Aufklärung über die Nutzung von WhatsApp-Daten.

Nun hat der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar eine Anordnung erlassen, die es Facebook untersagt, Daten von deutschen WhatsApp-Nutzern zu erfassen. Außerdem müsse Facebook bereits von WhatsApp übermittelte Daten sofort löschen, forderte Caspar.

Nach dem Erwerb von WhatsApp vor zwei Jahren habe Facebook zugesichert, dass die Daten der Nutzer nicht miteinander ausgetauscht werden, schreibt Caspar auf seiner Webseite. Dass dies nun doch geschehe, sei nicht nur eine Irreführung der Nutzer, sondern stelle zugleich einen Verstoß gegen das geltende Datenschutzrecht dar, begründet er seinen Schritt.

Mit seiner Anordnung wolle er „die Daten der ca. 35 Millionen WhatsApp-Nutzer in Deutschland schützen“, erklärt Caspar. Facebook müsse sie vorab um Erlaubnis fragen, betont er und kritisiert: „Dies ist nicht geschehen“.

Hamburgs Datenschutzbeauftragter kann nun Zwangsgelder bis zu einer Million Euro verhängen – und das mehrfach, solange der US-Konzern der Anordnung nicht nachkommt. Das erklärte Moritz Karg, Referent des Datenschutzbeauftragten. Er teilte auf Anfrage von mobilsicher.de mit, dass Facebook bereits gegen die Anordnung Widerspruch eingelegt habe. Damit werden die Gerichte eine Entscheidung herbeiführen müssen, was sich jedoch hinziehen kann.

Daher empfiehlt Karg allen WhatsApp-Nutzern, zumindest den angebotenen Werbewiderspruch zu erteilen: „Wer sichergehen will, dass seine WhatsApp-Daten künftig nicht an Facebook übermittelt werden, hat aktuell nur die Möglichkeit, auf die Nutzung von WhatsApp zu verzichten und den Account zu löschen.“ Sichere Alternativen zu diesem umstrittenen Messenger sind inzwischen reichlich vorhanden.

Wie Sie sich richtig von WhatsApp trennen, erklären wir im Ratgeber WhatsApp Konto löschen.

Im Text „Verschlüsselt kommunizieren per Messenger“ erfahren Sie, welche Alternativen verfügbar sind.

Wer dennoch bei WhatsApp bleiben will, sollte wenigstens der Telefonnummer-Weitergabe bei WhatsApp widersprechen.

Weitere Artikel

App-Test 

Medizin-App Tinnitracks im Test: Empfehlenswert

An der App gegen Tinnitus gibt es wenig zu meckern: Als Medizinprodukt zertifiziert, von vielen Krankenkassen anerkannt, das Wirkprinzip medizinisch gut untersucht - und auch beim Datenschutz schneidet sie gut ab. Nur an zwei Stellen müsste man nachbessern.

Mehr
Körper und Gesundheit 

Apps auf Rezept?

Es gibt hunderte Apps die versprechen, bei der Diagnose und Therapie von Krankheiten zu helfen. Auch die Krankenkassen haben das bemerkt und erstatten schon die eine oder andere. Aber prüfen die Kassen auch, ob diese Apps sicher sind? Wir haben nachgefragt.

Mehr
Ratgeber 

Apps aus Googles Play-Store aktualisieren

Wie für Software auf dem PC werden auch für Apps auf dem Smartphone oder Tablet regelmäßig Aktualisierungen angeboten. Für Apps aus Googles Play-Store gibt es dafür verschiedene Einstellungen. Je nach Geschmack – von vollautomatisch bis manuell.

Mehr
Ratgeber 

Handy verkaufen? Daten richtig löschen (Android)

Wer sein Android-Smartphone verkaufen oder verschenken will, sollte vorher alle Daten vom Gerät entfernen. Hier zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie die Daten so löschen, dass sie danach nicht mehr ohne weiteres wiederherzustellen sind.

Mehr