Aktuelles

WhatsApp: Facebook legt Widerspruch gegen Datenschützer ein

Der Streit um die Weitergabe persönlicher Daten von WhatsApp-Nutzern an Facebook erreicht einen neuen Höhepunkt: Hamburgs Datenschutzbeauftragter zeigt Facebook die Rote Karte. Der Internet-Riese legte umgehend Widerspruch ein. Nun sind die Gerichte gefragt.

Veröffentlicht am
Autor
Schlagworte
Messenger · Privatsphäre · WhatsApp
Drucken

Ende August kündigte der US-Konzern an, Daten der WhatsApp-Kunden und -Kundinnen mit Daten der Facebook-Nutzer und -Nutzerinnen zu verschmelzen. Das führte zu einer Protestwelle.

Zunächst schickte der Bundesverband der Verbraucherzentralen, vzbv, eine Abmahnung an den Social-Media-Giganten. Dann verlangte die Brüsseler EU-Kommission von Facebook Aufklärung über die Nutzung von WhatsApp-Daten.

Nun hat der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar eine Anordnung erlassen, die es Facebook untersagt, Daten von deutschen WhatsApp-Nutzern zu erfassen. Außerdem müsse Facebook bereits von WhatsApp übermittelte Daten sofort löschen, forderte Caspar.

Nach dem Erwerb von WhatsApp vor zwei Jahren habe Facebook zugesichert, dass die Daten der Nutzer nicht miteinander ausgetauscht werden, schreibt Caspar auf seiner Webseite. Dass dies nun doch geschehe, sei nicht nur eine Irreführung der Nutzer, sondern stelle zugleich einen Verstoß gegen das geltende Datenschutzrecht dar, begründet er seinen Schritt.

Mit seiner Anordnung wolle er „die Daten der ca. 35 Millionen WhatsApp-Nutzer in Deutschland schützen“, erklärt Caspar. Facebook müsse sie vorab um Erlaubnis fragen, betont er und kritisiert: „Dies ist nicht geschehen“.

Hamburgs Datenschutzbeauftragter kann nun Zwangsgelder bis zu einer Million Euro verhängen – und das mehrfach, solange der US-Konzern der Anordnung nicht nachkommt. Das erklärte Moritz Karg, Referent des Datenschutzbeauftragten. Er teilte auf Anfrage von mobilsicher.de mit, dass Facebook bereits gegen die Anordnung Widerspruch eingelegt habe. Damit werden die Gerichte eine Entscheidung herbeiführen müssen, was sich jedoch hinziehen kann.

Daher empfiehlt Karg allen WhatsApp-Nutzern, zumindest den angebotenen Werbewiderspruch zu erteilen: „Wer sichergehen will, dass seine WhatsApp-Daten künftig nicht an Facebook übermittelt werden, hat aktuell nur die Möglichkeit, auf die Nutzung von WhatsApp zu verzichten und den Account zu löschen.“ Sichere Alternativen zu diesem umstrittenen Messenger sind inzwischen reichlich vorhanden.

Sie haben einen Fehler entdeckt oder vermissen einen Artikel zu einem bestimmten Thema?
Schreiben Sie uns eine E-Mail an hinweis@mobilsicher.de!