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Blackberry: Kanadische Polizei mit Generalschlüssel

Der Smartphone-Hersteller Blackberry wirbt damit, besonders datenschutzfreundliche und sichere Geräte herzustellen. Nun kam heraus: Verschlüsselte Nachrichten, die Nutzer mit dem Blackberry-Messenger verschickten, konnte die kanadische Polizei jahrelang entschlüsseln.

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[19.04.2016] Wie Journalisten der beiden Magazine „Motherboard“ und „Vice News“ herausfanden, hat die kanadische Bundespolizei seit 2010 eine Art Generalschlüssel zu Blackberrys Messenger „BBM“, mit dem verschlüsselte Nachrichten mühelos entschlüsselt werden konnten.

Die Information kam im Rahmen einer Gerichtsverhandlung an die Öffentlichkeit. Die Polizei hatte den Zugang genutzt, um einen Mafia-Mordfall aufzuklären. Sie gab an, dabei etwa eine Millionen Nachrichten entschlüsselt und gelesen zu haben. Möglich war dieser Zugriff, weil Blackberry ein Verfahren einsetzt, bei dem alle Nachrichten zentral mit demselben Schlüssel verschlüsselt werden.

Wie genau der Schlüssel zu den Behörden kam, ist unklar. Es gibt Hinweise darauf, dass Blackberry zumindest davon wusste und behilflich war. Betroffen sind nur die Nachrichten von Privatnutzern. Firmenkunden können einen eigenen Schlüssel verwenden, den Blackberry nicht kennt. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Generalschlüssel noch immer gültig ist.

Die kanadischen Behörden hatten zwei Jahr lang vor Gericht gestritten, um diese Information geheim zu halten.

Wir bei mobilsicher.de sind der Meinung, dass Behörden keinen Generalschlüssel zur verschlüsselten Kommunikation von Bürgerinnen und Bürgern haben sollten. Wir glauben, dass Strafverfolgung wirkungsvoll sein und die die öffentliche Sicherheit gewährleistet werden kann, ohne dass solche – vielfach geforderten – Hintertüren eingebaut werden.

Wir sind weiterhin der Meinung, dass spätestens nach Abschluss von Ermittlungen die Datenabfragen von Behörden bei Unternehmen offengelegt werden sollten. Dies ist im vorliegenden Fall nicht geschehen. Im Gegenteil – es ist nicht einmal bekannt, ob der Zugang weiterhin besteht.

Wir möchten daher Nutzerinnen und Nutzer ermächtigen und ermutigen, Technologien zu verwenden, bei denen solche Hintertüren so gut wie möglich ausgeschlossen werden. Zum Beispiel, weil der Code für die Software offen liegt, oder weil der Anbieter einer Verschlüsselungstechnologie den Schlüssel selber nicht kennt.

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