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Aufgedeckt: Handel mit Dating-Profilen

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Profile aus Dating-Plattformen werden im Internet massenweise weiterverkauft. Eine Recherche von Joana Moll und der Organisation Tactical Tech deckt auf, wie leicht man für wenig Geld an detaillierte Profile kommt und was für ein weit verzweigtes und intransparentes Firmengeflecht in den Handel involviert ist.

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Dating-Apps · Tinder
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Mit den Profilen, die NutzerInnen von Dating-Plattformen auf der Suche nach Partnern anlegen, findet ein schwungvoller Handel im Internet statt. Das hat die Bürgerrechtsorganisation Tactical Tech zusammen mit der Künstlerin und Wissenschaftlerin Joana Moll in dem Projekt The Dating-Brokers eindrücklich nachverfolgt und visuell aufbereitet.

In der aufwändigen Recherche stiegen die Netzaktivisten selbst in den Datenhandel ein: Sie erwarben rund eine Millionen Nutzerprofile zu einem Preis von 153 Dollar von der Firma USDate. Firmen, die solche Dating-Profile verkaufen, gibt es etliche. Kunden sind zum Beispiel neue Dating-Plattformen, die ihr Angebot mit Profilen füllen wollen, bevor sie online gehen.

Dating-Profile für Jeden, der zahlt

Längst nicht alle diese Firmen sind seriös. In jedem Fall dürfte den meisten Nutzern von Dating-Plattformen nicht klar sein, dass ihre Profile weiterverkauft werden. Tactical Tech nennt in seiner Recherche zum Beispiel folgende Firmen, die Dating-Profile verkaufen:

USDate
Sale Dating Profiles
SDP
PDP
Buy Dating Profiles
Profiles Agency

Wie das Projekt zeigt, kann im Prinzip jeder Zahlungswillige solche Dating-Profile erwerben und erhält damit Zugriff auf Millionen von Namen, zusammen mit intimen Details zu Person und sexueller Orientierung.

Einen Eindruck davon, wie detailliert die enthaltenen Informationen sind, bekommen Sie, wenn Sie in der Projekt-Galerie auf ein beliebiges Profilbild klicken.

Woher kommen die Profile?

Woher die Profile kommen, gab der Verkäufer USDate nicht preis. Durch eine forensische Analyse der Profilbilder und einen Abgleich mit den Bildern in bestehenden Dating-Plattformen konnten die Aktivisten das Dating-Portal Plenty of Fish als eine der Quellen ausfindig machen.

Die Plattform „Plenty of Fish“ gehört zu dem Dating-Konzern Match Group Inc., mit Sitz in Texas, USA, zu der knapp 30 Dating-Plattformen gehören – darunter auch Tinder, OkCupid und die deutsche Plattform „Neu.de“.

Wie in fast allen Konzernen üblich, räumen sich auch die vielen Tochterfirmen der Match Group das Recht ein, personenbezogene Nutzerdaten untereinander auszutauschen.


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