News vom 01.08.2019

Apples Kamera-Autos unterwegs

Ein Artikel von , veröffentlicht am 01.08.2019

Derzeit filmen Kamera-Autos von Apple in Deutschland Straßen und Häuser. Das Material soll Apples Kartendienst verbessern, könnte aber auch für die neue Funktion „Look Around“ verwendet werden. Mit Look Around können Straßen dreidimensional betrachtet werden, wie bei Googles StreetView. Wir erklären, wie Sie unerwünschten Aufnahmen von Haus oder Auto widersprechen können.

Derzeit sind sie auf Deutschlands Straßen zu sehen: Autos mit großem Gerät auf dem Dach und merkwürdigen Antennen an den Felgen. Es sind Apples Kamera-Fahrzeuge, die neues Kartenmaterial für Apples eigenen Kartendienst sammeln.

Der Dienst ist auf iPhones und iPads vorinstalliert und heißt dort einfach nur „Karten“. Ursprünglich nutzte Apple für den Dienst die Geodaten anderer Anbieter, darunter TomTom und OpenStreetMaps.

Da sich Fehler dadurch nur langsam beheben ließen, arbeitet der Konzern bereits seit 2015 daran, einen eigenen Geodatensatz und zugehöriges Bildmaterial zu sammeln.

Apples "Look Around" vorerst nicht in Deutschland

Das Bildmaterial wird unter anderem auch für die Funktion „Look Around“ gesammelt, ein Pendant zu Googles „StreetView“. Mit dieser Funktion sollen Nutzer*innen ganze Straßenzüge virtuell und dreidimensional ansehen können.

Look Around soll diesen Herbst zusammen mit iOS 13 veröffentlicht werden – allerdings vorerst nicht in Deutschland. Dies habe Apple dem zuständigen Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht gegenüber versichert, wie es in einem Bericht von Radio Bremen heißt.

Wie vor knapp zehn Jahren, als Googles Autos filmend durch die Straßen zogen, stellt sich auch nun wieder die Frage: Was darf eine Firma überhaupt alles aufnehmen? Und wie kann man sich gegen unerwünschte Aufnahmen der eigenen Person, des eigenen Hauses oder Autos wehren?

Widerspruch per E-Mail

Grundsätzlich erlaubt sind Aufnahmen von Straßen und Häuserfassaden. Gesichter oder Nummernschilder hingegen gelten als personenbezogene Daten und müssen unkenntlich gemacht werden. Dies geschieht bei Apple nach eigenen Angaben standardmäßig.

Wer dennoch die Befürchtung hat, gefilmt worden zu sein, oder wer Aufnahmen der eigenen Wohnung oder des eigenen Hauses widersprechen möchte, kann dies momentan bei Apple per E-Mail machen:

mapsimagecollection@apple.com

Dazu sollten Sie den Ort nennen, sowie nach Möglichkeit den ungefähren Zeitpunkt der Aufnahme. Der Landesbeauftragte für den Datenschutz in Thüringen hat dafür bereits ein pdf-Formular bereitgestellt.

Wo Apples Fahrzeuge aktuell unterwegs sind, teilt der Konzern hier mit.

Privatsphäre bei Apples "Karten": Überzeugend

Apple gibt relativ ausführlich darüber Auskunft, wie die Privatsphäre bei der Nutzung von Apples Kartendienst geschützt wird. So verknüpft der Konzern Suchanfragen nicht mit der Apple-ID.

Was Sie sonst noch über Apples Navigations-Dienst wissen sollten, haben wir in unserer Serie Navi-Apps im Check im Beitrag Apples "Karten" zusammen getragen.

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

YouTube-Video 

„Luftqualität“ – Wie sauber ist die App des Umweltbundesamts?

Mit der App "Luftqualität" können Sie Schadstoffe in der Luft überprüfen. Die App gibt es für Android und iOS, angeboten wird sie vom Umweltbundesamt. Wie der Service funktioniert und wie die App mit euren Daten umgeht, erfahren Sie im Video.

Ansehen
Kostenfallen 

Abofalle? So funktioniert die Abzocke per Handynummer

Sie haben Kosten für ein Abo auf der Mobilfunkrechnung, das Sie nie bestellt haben? Damit sind Sie nicht alleine. Wir erklären, wie solche "Drittanbieterkosten" auf der Handyrechnung landen, wer daran beteiligt ist, und wie dabei immer wieder getrickst wird.

Mehr
YouTube-Video 

Falsche Freunde und die SMS-TAN

Manche Dinge kann man im Internet per Mobilfunknummer bezahlen – sie werden dann mit der Telefonrechnung abgerechnet. Das machen sich Betrüger zunutze. Als falsche Freunde erschleichen sie die Telefonnummer und den Bestätigungscode und überweisen sich damit Geld.

Ansehen
Messenger 

Verschlüsselte Messenger: WhatsApp, Threema, Signal und Co.

Viele Messenger-Apps sind heute standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt - Dritte können also unterwegs nicht mitlesen. Trotzdem gibt es bei einigen Messengern Sicherheitslücken. Wir geben einen Überblick über die beliebtesten Apps und listen ihre Vor- und Nachteile auf.

Mehr