News vom 11.06.2019

Apple verbietet Werbung in Kinder-Apps

Ein Artikel von , veröffentlicht am 11.06.2019

Viele Ankündigungen von Apples großer Entwicklerkonferenz im Juni 2019 treten erst im Laufe des Jahres in Kraft. Eine Neuerung für iPhones und iPads ist aber schon jetzt umgesetzt: Werbung und Analysedienste von Dritten in Kinder-Apps sind ab sofort verboten.

[Update vom 16. September 2019: Apple hat Werbung in Apps inzwischen in einigen Fällen wieder erlaubt. Mehr dazu hier.]

Die Firma Apple kündigte auf ihrer zentralen Entwicklerkonferenz WWDC (World Wide Developers Conference) Anfang Juni viele Neuerungen an. Eine davon gilt schon seit dem 5. Juni 2019 und bringt eine echte Verbesserung für die jüngsten Nutzer*innen von iPhones und iPads.

Apple verbietet es nun grundsätzlich, Drittanbieter-Werbung sowie Analysesoftware von Dritten in Apps für Kinder einzubauen.

Die Richtlinien für Entwickler*innen wurden entsprechend angepasst, dort heißt es nun unter Punkt 5.1.4: "Apps intended for kids may not include third-party advertising or analytics." [Inzwischen erneut angepasst, siehe Update-Hinweis oben.]

Bisher hatte Apple nur die Personalisierung von Werbung in Kinder-Apps untersagt. Außerdem musste eingeblendete Werbung für Kinder geeignet sein. Jetzt dürfen Kinder bei der App-Nutzung überhaupt nicht mehr von Dritten beobachtet werden. Die Auswertung der App-Nutzung durch die Anbieter*innen der App bleibt dabei weiterhin möglich.

Wie Tracking funktioniert, erfahren Sie hier: Tracking im Internet: Cookies, Cache & Co. Allen erwachsenen iOS-Nutzer*innen empfehlen wir diesen Ratgeber: Werbeblocker bei Safari einrichten (iOS).

Neue Funktionen zum Schutz der Privatsphäre ab iOS 13

Apple kündigte drei weitere Punkte zum Schutz der Privatsphäre an, die mit dem Update auf iOS 13 im Herbst 2019 in Kraft treten sollen. Ein neuer Dienst soll es erlauben, sich über die Apple-ID auf anderen Plattformen anzumelden.

Einen solchen Service stellen auch Google und Facebook bereit, allerdings nicht ohne die Nutzer*innen dabei zu beobachten und Informationen über Ihr Surfverhalten auszuwerten. Apple verspricht, seine Funktion "mit Apple anmelden" anonym nutzbar zu machen.

Außerdem soll es mit iOS 13 möglich werden, seinen Standort nur temporär für einzelne Apps freizugeben. Setzt eine App sich über diese Limitierung hinweg, bekommen Nutzer*innen eine Warnmeldung angezeigt.

Außerdem soll die Möglichkeit zur Bestimmung des Gerätestandorts mit Hilfe von WLAN- und Bluetooth-Netzwerken durch Dritte mit iOS 13 abgeschafft werden.

Die Autorin

E-Mail

i.poeting@mobilsicher.de

PGP-Key

0x98926A6965C84F21

Fingerprint

7F5D B2F7 C59F 0547 D730 7DD7 9892 6A69 65C8 4F21

Inga Pöting

Inga Pöting ist Redakteurin bei mobilsicher.de. Sie schreibt Texte, kümmert sich um die Webseite und erklärt Apps und Smartphone-Funktionen vor der Kamera. Davor hat sie im Ruhrgebiet bei verschiedenen Zeitungen und Magazinen gearbeitet.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Zugangsdaten fürs Google-Konto vergessen? Das können Sie tun

Wer ein Android-Handy in Betrieb nimmt, muss ein Google-Konto anlegen. Viele Nutzer*innen richten das Konto einmal ein und benutzen es dann nie wieder. Da passiert es leicht, dass die Zugangsdaten abhanden kommen. Haben auch Sie Ihre Daten verlegt? Wir zeigen, wie Sie sie zurückbekommen.

Mehr
Betrug und Phishing 

Gefälschte Profile und die SMS-TAN

Manche Leistungen kann man im Internet per Mobilfunknummer bezahlen – sie werden dann auf die Handyrechnung gesetzt. Das machen sich Betrüger*innen zunutze. Als falsche Freund*innen erschleichen sie sich Ihre Telefonnummer und den Bestätigungs-Code und kaufen auf Ihre Kosten ein.

Mehr
App-Test 

Navi-Apps im Check: Magic Earth – vorbildlich

Die Navigations-App Magic Earth ist kostenlos und werbefrei. Nach dem mobilsicher-Test entfernten die Anbieter*innen die Analysedienste von Facebook und Google aus der App. Jetzt ist sie rundum sauber - und läuft reibungslos.

Mehr
Kinder und Jugendliche 

YouTube Kids: Kinderschutz oder Werbeparadies?

YouTube Kids ist eine angepasste Version der YouTube-App. Die Inhalte sind gefiltert, Eltern können unter anderem ein Zeitlimit einrichten, bestimmte Kanäle blockieren oder nur selbst ausgewählte Inhalte zulassen. Fazit: Wir sehen hier und da Verbesserungsbedarf, doch YouTube Kids ist für Kinder deutlich besser geeignet als die normale YouTube-App.

Mehr