News vom 20.09.2017

Apple verbietet Fake-Apps

Ein Artikel von , veröffentlicht am 19.09.2017, bearbeitet am20.09.2017

Apple untersagt es Entwicklern explizit, im App-Store mit Funktionen zu werben, die das jeweilige Produkt gar nicht bietet. Das richtet sich vor allem gegen vermeintliche Antiviren-Apps. Die fallen immer wieder durch betrügerische Geschäftsmodelle auf.

Apple sagt Fake-Apps im iOS-Store den Kampf an. In der gerade aktualisierten Fassung der App-Store-Richtlinien heißt es unter dem Punkt „akkuraten Medaten“:

"Entwickler dürften ihre Apps weder im Store noch anderswo mit Inhalten oder Dienstleistungen vermarkten, die sie gar nicht bereitstellen (zum Beispiel iOS-Basierte Virus oder Malware-Scanner).

Wer gegen diese Vorgabe “eklatant oder wiederholt“ verstößt, werde aus dem iOS-Entwickler-Programm geworfen.

Die Richtlinie drückt klar aus, was Apple über Schutzprogramme gegen Viren und Malware denkt: Sie bieten einen Dienst an den es gar nicht gibt. Diese Sichtweise ist gerechtfertigt. Denn echte Schadprogramme sind im App-Store extrem selten. Und auf iOS-Geräten ist es regulär nicht möglich, Programme von Quellen jenseits des offiziellen App-Stores zu installieren.

Zudem hätte ein Schadprogramm unter iOS auch wenige Möglichkeiten. Denn das besonders strikte „Sandbox“-System von Apple macht es für Apps nahezu unmöglich, unkontrolliert auf Prozesse des Geräts zuzugreifen. Diesem Sandbox-System sind auch Antivirus-Apps unterworfen. Daher können sie ihre Aufgabe, andere Apps zu kontrollieren, ohnehin kaum erledigen.

Antiviren-Apps für iOS meist unseriös

Apple entfernt daher seit Jahren regelmäßig vermeintliche Anti-Malware-Apps aus seinem Store - auch mit dem Hinweis, dass sie vor etwas schützen, das es nicht gibt.

Zudem gab es auch immer wieder Fälle, bei denen sich solche Apps selber als betrügerisches Programm entpuppten. Zuletzt etwa die besonders dreiste App "Mobile protection: Clean & Security VPN“ aufgeflogen, die Nutzer durch Tricks animieren wollte, einen 100 US-Dollar teuren In-App-Kauf abzuschließen.

Anders sieht es allerdings aus, wenn Nutzer die Funktionsweise des Betriebssystems über einen sogenannten Jailbreak verändert haben. Durch solche bewusst vorgenommenen Eingriffe werden vorgegebene Nutzungs-Einschränkungen aufgehoben, was den Gestaltungsspielraum für Anwender, aber auch die Zugriffsmöglichkeiten für Schadprogramme erhöht.

 

 

Geschrieben von

Stefan Mey

Stefan Mey ist freier Autor für verschiedene spezialisierte IT-Magazine und für die Technologie-Ressorts IT-ferner Medien. Er interessiert sich für die Auswirkungen von Technologie auf Alltag, Gesellschaft und Politik. Vor allem hält er es für wichtig, die sich überschlagenden Entwicklungen im mobilen Internet fundiert und kritisch zu begleiten. Bis November 2018 hat er das mobilsicher-Team als Redakteur unterstützt.

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