Dieses Projekt wurde am 31.12.2024 beendet. Der Beitrag ist auf dem Stand des letzten Update-Datums und wird nicht mehr aktualisiert oder überprüft.
News vom 14.07.2017

Android-Trojaner droht mit Versand persönlicher Daten

Ein Artikel von Uwe Sievers, veröffentlicht am 14.07.2017

Eine neue Form der Erpressung haben sich die Macher dieses Trojaners ausgedacht: Ein Schadprogramm für Android-Geräte drohte Nutzern, sensible Daten an Freunde zu versenden, wenn sie kein „Schweigegeld“ bezahlen.

Das Schadprogramm versteckte sich wie ein Wolf im Schafspelz in zwei Apps aus dem Google Play-Store. Entdeckt hatte es der Anbieter von Sicherheits-Software, McAfee.

Direkt nach der Installation blockieren die Apps den Bildschirm und sammeln persönliche Daten des Nutzers ein. Anschließend erscheint die Aufforderung, die Kreditkartennummer für die Bezahlung des Lösegelds einzugeben.

Anders als bei bisher bekannten Ransomware-Programmen werden die Daten hier nicht durch Verschlüsselung unzugänglich gemacht, sondern weiträumig verteilt: Die "LeakerLocker" genannte Malware droht damit, Fotos, SMS, E-Mails, Chats vom Facebook Messenger, den Browser-Verlauf und weitere Daten an alle Kontakte zu versenden. Wem das nicht gefällt, der soll das gegen eine Zahlung von fünfzig US-Dollar verhindern können.

Der Schädling geriet nach aktuellem Informationsstand über die Apps „Booster & Cleaner Pro“ sowie „Wallpapers Blur HD“ auf das Smartphone. Google hat beide Apps inzwischen aus dem Store entfernt. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass er auch noch in weiteren Apps enthalten ist.

Offenbar machte das Schadprogramm seine Drohung in der aktuellen Version noch nicht wahr, wie McAfee berichtet. Aber es kann theoretisch Software vom Server der Cyberkriminellen nachladen und seine Fähigkeiten so erweitern.

Sie sind von "LeakerLocker" betroffen? Sicherheitsexperten raten in diesem Fall, kein Lösegeld zu zahlen. Denn es sei keineswegs gesichert, dass dadurch tatsächlich Schaden vermieden wird. Zudem sollte man einem Kriminellen nicht auch noch die Kreditkartennummer verraten.

Um solchen Infektionen vorzubeugen, lohnt sich ein skeptischer Blick in die angeforderten App-Berechtigungen. Ein App, die nur den Bildschirm-Hintergrund verändert, wie die genannte App "Wallpapers Blur HD", die aber Zugriff auf SMS, Adressbuch und mehr braucht, sollte Sie stutzig machen.

Überprüfen Sie vor der Installation einer App auch die Kommentare anderer Nutzer. In den Kommentaren zu den hier erwähnten Apps gab es eindeutige Hinweise auf ungewöhnliche und ausufernde Rechte.

Apps, die aufgrund ihrer Funktionalität viele Rechte brauchen, wie etwa Anti-Viren-Apps, und auch Cleaner- und Booster-Apps, sollten Sie nur installieren, wenn Sie wissen, welcher Hersteller dahinter steht.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Sicherheit bei Apples iOS 10

Das aktuelle Betriebssystem für iPhones und iPads ist iOS 10. Apple hat ihm zahlreiche Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten zu Datenschutz und Datensicherheit verpasst. Wir geben einen Überblick.

Mehr
Ratgeber 

Nach mobilsicher.de-Recherche: Islamische Gebets-Apps bessern nach

Eine Untersuchung von mobilsicher.de zeigte gravierende Mängel beim Umgang mit Nutzerdaten. Sieben Apps haben ihr Verhalten nach der Veröffentlichung deutlich verbessert. Eine App können wir nun empfehlen.

Mehr
Reportage 

„Wo sind Sie?“ – Warum diese Frage beim Notruf immer noch gestellt werden muss

Egal ob Unfall, Feuer oder Flut: Im Notfall wählt man 112. Aber wo ruft man da eigentlich an? Und warum ist es fast nirgendwo in Deutschland möglich, Verunglückte per GPS zu orten? Wir haben eine der rund 250 Rettungsleitstellen besucht.

Mehr
Ratgeber 

Hilfe, ist mein Kind techniksüchtig? – Tipps von danah boyd

Wer die Fixierung seiner Kinder auf Smartphones verändern will, muss ab und an auch sein eigenes Nutzungsverhalten hinterfragen. Die US-amerikanische Medien- und Sozialforscherin danah boyd hat praktische Tipps für Eltern, die wirksamer sein könnten als starre Regeln.

Mehr