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Zum Anbeißen: Android 9 (Pie) veröffentlicht

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Früher als erwartet hat Google die Android-Version Nummer 9.0 veröffentlicht: Android Pie. Die neue Version bringt neben allerlei neuen Funktionen auch handfeste Verbesserungen für Privatsphäre und App-Sicherheit mit. Unter anderem können Apps nicht mehr aus dem Hintergrund auf Gerätesensoren zugreifen und unbemerkt den Standort über WLAN feststellen.

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Android-Version · App-Berechtigungen · Ortungsdienste · Update
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Lange Zeit war die anstehende Version 9 von Android nur unter der Abkürzung „Android P“ bekannt. Jetzt hat sie einen Namen: Android Pie. Wie die Vorgänger ist auch die aktuelle Android-Version nach einer Süßspeise benannt.

Neben vielen funktionalen Neuerungen wie Gestensteuerung, veränderte Menüführung und verbesserter Vorschlagsfunktion bringt Android 9.0 auch echte Verbesserungen für App-Sicherheit und Privatsphäre mit.

Sicherheit und Android Pie

Die wichtigsten Punkte kurz vorgestellt:

Zugriff auf Sensoren: Wenn Apps nur im Hintergrund laufen, können sie nicht mehr einfach so auf wichtige Sensoren wie Mikrofon und Kamera zugreifen – auch dann, wenn sie eigentlich die Berechtigung dafür haben.

Zugriff auf WLAN-Namen: Apps, die auf Grundlage einer Berechtigung vom Smartphone erfahren, ob ein Nutzer WLAN oder mobiles Internet nutzt, bekommen unter Android 9.0 nicht mehr den Namen des verwendeten WLANs zu sehen. Über den lässt sich auf Basis von Datenbanken auf den Standort des Nutzers schließen. Den WLAN-Namen sehen nur, wenn sie explizit eine Berechtigung zum Erfassen von Standortinformationen angefordert und erhalten haben.

Zugriff auf Telefonprotokolldaten: Bisher hatten Apps mit der Berechtigungsgruppe „Telefon“ automatisch auch Zugriff auf die Anrufhistorie, also wann Sie mit wem wie lange telefoniert haben. Diese Berechtigung ist nun in eine extra Gruppe gewandert, so dass Apps, die aus anderen Gründen Zugriff auf „Telefon“ brauchen, nicht gleich sämtliche Anrufe sehen können.

Verschlüsselung von App-Kommunikation: Android Pie verhindert, dass Apps, die ihren Datenverkehr verschlüsseln, aufgrund von Unachtsamkeit der Entwickler doch auch unverschlüsselt Daten übertragen. Entwickler können in technischen Begleitinformationen zur App definieren, dass diese generell verschlüsseln. Ist das der Fall, blockiert das Betriebssystem jegliche unverschlüsselte Kommunikation der App. Das schützt hoffentlich vor einem bekannten Problem: eigentlich sichere Apps enthalten externe Module, die unverschlüsselte Verbindungen aufbauen.

Verschlüsselte Backups: Vollständige Backups von Android-Geräten kann man nach wie vor nur über Googles Cloud machen. Das bedeutet, das Backup landet auf einem Server von Google. Aber: Mit Android 9.0 kann man dieses Backup so zu verschlüsseln, dass Google es nicht entschlüsseln kann.

Wer erhält Android Pie?

Wie immer beim Google-Betriebssystem gibt es keinen einheitlichen Zeitplan für die Verteilung der neuen Version auf die Gesamtheit aller Android-Geräte. Pixel-Smartphones, die direkt aus dem Hause Google stammen, erhalten die neue Version sofort.

„Ende Herbst“ 2018 wird es Android Pie für einige Nutzer der Gerätemarken Sony Mobile, Xiaomi, HMD Global, Oppo, Vivo, OnePlus und Essential geben. Zumindest gilt das für diejenigen Nutzer, die sich am Betaprogramm für Android 9 beteiligt haben und somit schon einen Vorabzugriff auf die Testversion von Android 9 haben. Zum gleichen, noch vage benannten Zeitpunkt, erhalten auch Geräte mit Android One das Update.

Termine für andere Modelle, etwa der verbreiteten Marke Samsung, sind noch nicht bekannt.

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