News vom 25.11.2016

Ab Werk verseucht

Ein Artikel von , veröffentlicht am 25.11.2016

Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage fanden Sicherheitsexperten schädliche Software auf Android-Geräten, die schon vor der Auslieferung installiert wurde. Wie viele Geräte betroffenen sind, ist noch nicht klar. Der Ursprung des Problems liegt in China.

Etliche Android-Geräte werden mit eingebauten Hintertüren und Überwachungssoftware ausgeliefert. Das haben Sicherheitsforscher festgestellt.

Dafür verantwortlich sind Software-Komponenten, die die Gerätehersteller von Drittfirmen kaufen. Kaum ein Smartphone-Hersteller liefert seine Produkte mit unveränderter Android-Software aus, fast jeder verändert oder erweitert die Funktionen.

Dafür werden auch Komponenten von spezialisierten Firmen hinzugekauft. Hierzu zählen die beiden chinesischen Software-Unternehmen Ragentek und AdUps. Doch deren Module enthalten Hintertüren mit fragwürdigen Sicherheitslücken.

Die Ragentek-Malware findet sich vorwiegend auf Geräten, die vor allem in den USA und in China, aber kaum in Deutschland verbreitet sind. Der Bericht der Sicherheitsfirma BitSight nennt Modelle von BLU, Infinix, Doogee, Leagoo, IKU, Beeline und XOLO. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass noch weitere Hersteller hinzukommen. Bisher gehen die Experten von rund drei Millionen betroffenen Geräten aus.

Ein Sicherheitsloch macht die Ragentek-Komponente zu einer Schadsoftware, die es ermöglicht, aus der Ferne Apps mit Root-Rechten zu installieren oder auszuführen: Dadurch können Angreifer ein Gerät vollständig kontrollieren.

Auch der Schädling von AdUps kann unbemerkt Apps installieren. Er überträgt aber zusätzlich noch persönliche Daten sowie installierte Apps und Textnachrichten an Server des chinesischen Unternehmens.

Die Software sei von AdUps laut einem Bericht der New York Times nur für Geräte entwickelt worden, die für den chinesischen Markt bestimmt waren. Damit solle zielgerichtete Werbung verteilt werden, heißt es dort weiter. Sie könnte jedoch ebenso gut dazu eingesetzt werden, Nutzer überwachen. Betroffen seien neben Geräten von BLU auch solche von ZTE und Huawei, was zu insgesamt über 700 Millionen Geräten weltweit führt.

Da die Malware ab Werk auf den Geräten installiert und ins Android-System integriert ist, haben Nutzer auf nicht „gerooteten“ Geräten kaum Möglichkeiten, etwas dagegen zu unternehmen. Lediglich die Installation einer Firewall, die auch den Datenverkehr des Betriebssystems kontrolliert, kann Abhilfe schaffen.

Firewalls für Android-Geräte behandeln wir ausführlich im Text Mehr Datenkontrolle durch Firewall-App und In der Praxis: Firewalls für Android. Installationshinweise geben wir für zwei unterschiedliche Firewall-Varianten hier und hier.

Die Problematik „gerooteter“ Geräte erklären wir im Beitrag Vorsicht bei Rooten und Jailbreak.

Weitere Artikel

Soziale Netzwerke 

Das Fediverse – die bessere Social-Media-Welt?

Das Fediverse ist ein Netzwerk aus Plattformen, die wie bekannte Social-Media-Dienste funktionieren - aber allen gehören. Bekannte Vertreter sind die YouTube-Alternative PeerTube und die Twitter-Alternative Mastodon.

Mehr
YouTube-Video 

iPhone oder iPad weg – was tun?

Gerade bei den teuren iPhones oder iPads ist ein Verlust besonders schmerzhaft – und für Diebe sind sie eine besonders begehrte Beute. Mit diesen Tipps können Sie im Verlustfall den schlimmsten Schaden abwenden, und das Gerät vielleicht das Gerät sogar wiederfinden.

Ansehen
YouTube-Video 

Elternratgeber „Smartphones“

Gibt es Handysucht? Wie schlimm ist Cyber-Mobbing? Welche Apps nutzen Jugendliche am liebsten und wo lauern Kostenfallen? Antworten und Tipps dazu in unserer Broschüre – jetzt auch als Print bestellbar. Mehr unter www.mobilsicher.de/publikation

Ansehen
Ratgeber 

Surfen mit Tor (Android)

Das Anonymisierungs-Netzwerk Tor kann dabei helfen, einen Teil der Spuren, die man beim Surfen im Netz hinterlässt, zu verschleiern. Welche Android-Software man für Tor braucht und wie man sie benutzt, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Mehr